Bricia in Asturien: Höhlen, Karst und Küstenkultur
Bricia verbindet archäologische Zeugnisse mit einer Landschaft, in der Kalkstein, Karst und Küste eng zusammengehören. Besonders deutlich wird dieser Charakter an den Höhlen rund um das Llera-Massiv und an den historischen Bauwerken von San Antolín de Bedón. Wer sich für die frühe Geschichte Asturiens interessiert, findet hier konkrete Spuren verschiedener Epochen; zugleich führen Wege und Gewässer in eine markante Küstenlandschaft.
Höhlen mit paläolithischer Geschichte
Die Cueva Cueto de la Mina ist ein als BIC ausgewiesenes Monument im Ortsteil Bricia von Llanes. Ihre Fundabfolge umfasst Horizonte des Aurignacien, Gravettien, Solutréen und Magdalénien; darauf folgen azilische und asturische Episoden. Cuetu la Mina gilt als Referenzfundstätte in der paläolithischen Forschungsgeschichte des Kantabrischen Raums. Zu den Besonderheiten gehören Serien tiefer linearer Ritzungen mit V-förmigem Querschnitt, die während archäologischer Ausgrabungen entdeckt wurden.
Auch die Cueva de Bricia bewahrt mehrere klar benennbare Stationen der Vergangenheit. Die kleine Höhle liegt im gleichnamigen Ortsteil von Posada de Llanes am Südhang des Llera-Massivs und gehört zu einem Karstkomplex. Eine Tropfsteinsäule teilt sie in zwei Kammern; sie ist etwa 15 Meter tief. Genutzt wurde die Cueva de Bricia während des Oberen beziehungsweise Finalen Magdalénien. Später wurde sie in Asturien erneut besiedelt, allerdings nur in geringem Umfang, da die natürlichen Bedingungen der Höhle begrenzt waren. In der Cueva de La Riera befinden sich außerdem fünf Gruppierungen roter Punkte in Felshohlräumen etwa vier Meter vom Höhleneingang entfernt.
San Antolín de Bedón und der Blick auf die Küste
Die erhaltene Kirche von San Antolín de Bedón ist spätromanisch und steht am Übergang zur Gotik. Unter anderem zeigen sich dort Spitzbogen-Elemente. Das Kloster und die Kirche San Antolín de Bedón werden unter der Postleitzahl 33594 in Bricia geführt. San Antolín de Bedón ist ganzjährig geöffnet; Besuche werden nach Vereinbarung ausschließlich für angemeldete Gruppen organisiert. Damit erhält der historische Ort einen klaren kulturellen Schwerpunkt, der sich von den Höhlenbefunden unterscheidet.
Im näheren Umfeld von Bricia bietet der Strand Playa de San Antolín Möglichkeiten zum Surfen und Angeln; der Bedón wird dort von Anglern besucht. Eine weitere landschaftliche Verbindung beschreibt der Coastal Pathway: Er erreicht das Kalksteinmassiv La Llera, das sich zwischen Barro, Balmori, Quintana, Bricia und Niembro erstreckt. Der heute durch Arbeiten an einem Kollektor kanalisierte Fluss Calabres versickert im Karstgebiet in einem System von Schächten, tritt auf der anderen Seite des Llera-Massivs wieder zutage und mündet am Strand von Niembro in den Kantabrischen Golf.
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