Ardisana zwischen Wald, Mythologie und asturischer Baukultur

File:Ardisana (Llanes, Asturias).jpg File:Ardisana (Llanes, Asturias).jpg Foto: Carmenmoran via Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Waldroute und Landschaft im Ardisana-Tal

Ardisana liegt in einem Tal, das als typisches asturisches Mittelgebirgstal mit zahlreichen Waldflächen gilt. Eine zentrale Erfahrung ist der Camín Encantáu: Der 9 Kilometer lange Rundwanderweg ohne technische Schwierigkeiten führt durch Comezán, La Maletería, Palaciu, Ardisana und Ricaliente. Die Route ist nicht vollständig eben und weist besonders am Anfang einen gewissen Höhenunterschied auf. Sie ist daher kein Spaziergang oder Museumsbesuch, sondern verbindet Waldpassagen mit den Dörfern des Tals. Entlang des Weges stehen lebensgroße Holzschnitzereien, die asturische Figuren der mythologischen Vorstellungswelt darstellen, darunter Cuélebre, Xana, Nuberu, Trasgu, Sumiciu und Busgosu.

Für die Anreise in das Tal ist Llanes der genannte Ausgangsort: Das Ardisana-Tal ist von Llanes aus über die Straßen AS-263, AS-115 und LLN-14 erreichbar. In den Dörfern des Tals ist traditionelle asturische Architektur mit Hórreos, Paneras, Waschhäusern und steinernen Herrenhäusern erhalten. Riocaliente besitzt insgesamt 21 traditionell errichtete Hórreos; der älteste stammt aus dem 17. Jahrhundert. Auch in Ardisana selbst gibt es bemerkenswerte Bauwerke aus dem 16. und 17. Jahrhundert. La Casona ist ein Beispiel für die Architektur eines ländlichen Herrenhauses, während Corral de Arnero für einen ländlichen Palastbau steht.

Kirche, historische Wege und lokale Geschichten

Die Pfarrkirche Santa Eulalia in Ardisana wurde im romanischen Stil errichtet. Ihr erhaltenes Portal umfasst einen halbspitzbogigen, gotisch überwölbten Bogen aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. Am historischen Weg zwischen Ardisana und Ricaliente steht die Cruz de los Garabiales aus dem Jahr 1761. Einst diente der alte Weg von Ricaliente, Mestas und den umliegenden Dörfern zur Pfarrkirche Santa Eulalia de Ardisana dem Transport der Verstorbenen. An der Cruz de los Garabiales wurde für den Wechsel der Träger und ein Gebet angehalten. In Malatería bestand vor dem Spanischen Bürgerkrieg ein Leprakrankenhaus; davon leitet sich der Ortsname ab.

Zur örtlichen Überlieferung gehört die Cueva de la Coviella nahe Ardisana, die mit der lokalen Mythologie verbunden ist. Der Legende nach lebten dort die Xanas. Einen anderen Blick auf die Landschaft bietet Malatería mit einem Aussichtspunkt auf die Picos de Europa. Im Ardisana-Tal kommen Hirsche und Wildschweine vor. In den Flüssen leben Forellen, Aale und Fischotter, wobei Fischotter selten sind.

Geschmack, Handwerk und Alltagskultur

In den Dörfern Llumedián und Teyeu werden besondere grüne Bohnen angebaut, die für das Ardisana-Tal typisch sind und mit einer herbstlichen gastronomischen Fiesta gefeiert werden. Im Tal wird außerdem Cuatreada gespielt, eine traditionelle asturische Variante des Kegelspiels. Bei La Tejera befindet sich eine handwerkliche Ziegelei, in der die traditionelle Herstellung weiterhin praktiziert wird. Auch als Filmkulisse ist Ardisana bekannt: Der Ort diente als Drehort des Kurzfilms „Alumbramiento“ aus dem Jahr 2002.

Weitere Ziele zur Orientierung:Barro De Llanes, Meré, Pendueles, Llanes, Tresgrandas, Bricia, Ovio, Los Callejos.

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