Tafalla: Kultur zwischen mittelalterlichen Gassen und Lagune
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Tafalla zwischen Gassen und Geschichte
Tafalla zeigt seinen Charakter besonders deutlich im historischen Zentrum: Schmale mittelalterliche Gassen sind von Steinhäusern gesäumt und führen durch ein Stadtbild, in dem sich unterschiedliche Epochen begegnen. Die Dauerausstellung „Palacio Real de Tafalla“ wird von einem maßstabgetreuen Modell des Palacio Real de Tafalla geprägt. Víctor Malumbres schuf das Modell aus Stein, Holz und Schiefer; es ist 7,5 Meter lang und 1,8 Meter breit. In der Casa de Cultura präsentiert die Ausstellung „Piedra, Tierra y Memoria“ außerdem Grabstelen, Kreuze und Grabplatten.
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Foto: Ksarasola via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Paläste, Mauerreste und ein historischer Weinkeller
Die Mauer von Tafalla ist seit dem 14. Jahrhundert dokumentiert. Ein erhaltener Mauerwürfel gehört nach den Abrissen und der Wiederverwendung des Mauersteins vom 16. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zu den wenigen heute verbliebenen Resten. Außerhalb der Mauern wurde der Palacio de los Mencos Ende des 16. Jahrhunderts errichtet; für seinen Turm nutzte man mittelalterliche Überreste. Eine Führung durch den Palacio de los Mencos umfasst die Räume des Hauptgeschosses und den historischen Weinkeller und endet mit der Verkostung von drei Weinen. Im Innenhof des Viertels La Peña befindet sich die protogotische Ermita de San Nicolás aus der Zeit um 1200. Sie ist der einzige erhaltene Rest des Palacio de Sosierra, in dem die navarrischen Könige residierten, bis Karl III. ihn seinem Sekretär Simón Navaz überließ. Ein weiteres barockes Gebäude, ab 1674 als Werk von Domingo de Aguirre errichtet, ist über einen Backsteinbogen über der Straße mit seinem Palast verbunden und befindet sich seit 2004 in kommunalem Besitz.
Vom Eichenwald zur Laguna del Juncal
Auch die Landschaft der Gemeinde Tafalla wechselt auf engem Raum deutlich: Im Norden geht die bewaldete Landschaft mit Traubeneichen- und Steineichenbeständen innerhalb weniger Kilometer in Steppengebiete im Süden über. In diesem Kontrast liegt die Laguna del Juncal, ein abflussloses Feuchtgebiet und die nördlichste endorheische Lagune der Iberischen Halbinsel. Sie umfasst etwa 2,5 Hektar und ist höchstens einen Meter tief. Seit 2016 ist sie als Zona de Especial Conservación ausgewiesen und Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Die Lagune bietet brütenden Wasservögeln Lebensraum, darunter Zwergtaucher, Stockente, Wasserralle, Teichhuhn, Blässhuhn und Graureiher. Von den Graureihern können mehr als 100 Exemplare und Dutzende Nester beobachtet werden.
Wege, Gesang und Marktleben
Der Spazierweg Valdetina ist 8 Kilometer lang und weist 100 Meter Höhenunterschied auf. Seine Landschaft verbindet Getreidefelder, dicht bewachsene Böschungen und einheimische Waldgebiete und bietet dabei schöne Ausblicke. Die Route Beratxa führt am Torre Beratxa vorbei, der derzeit restauriert wird. Die Route Valmediano verläuft durch eine Zone mit Gemüsegärten zu einem Kiefernwald mit einem bereits im Mittelalter genutzten Gipssteinbruch und anschließend zu einem eisenzeitlichen Castro. Im Jahreslauf gehören außerdem die Auroros zum Stadtbild: Sie kündigen ihren Gesang mit dem Klang einer kleinen Glocke an und tragen ihre Gebete mit Blasmusik vor. Etwa 25-mal im Jahr sind sie auf einem eineinhalbstündigen Rundgang in den Straßen präsent. Die traditionelle Feria de Febrero findet am Wochenende statt, das dem 9. Februar am nächsten liegt; im Mittelpunkt steht eine Viehmesse, deren Geschichte bis ins Jahr 1419 zurückreicht. Auf dem Tafallaer Markt in den Kellerräumen der Plaza del Mercado werden an jedem Freitagvormittag des Jahres Obst, Gemüse, Käse und Wurstwaren angeboten.
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