Abaurregaina: Pyrenäenblicke, Geschichte und Wege
Unterkünfte in Abaurregaina
Abaurregaina zwischen Hochplateau und Pyrenäen
Abaurregaina (Abaurrea Alta) liegt auf einer erhöhten Hochebene auf 1.040 Metern Höhe. Das Landschaftsbild umfasst ausgedehnte Kartoffelfelder, Getreideanbauflächen, Buchen- und Eichenwälder sowie Wiesen, auf denen Kühe und Stuten weiden. Der Ort gilt als „Balcón del Pirineo“ und als besonders geeigneter Platz zur Beobachtung des Nachthimmels. Einen weiteren Blickbezug zu den Bergen bietet die Panoramatafel am Ortsausgang in Richtung Jaurrieta: Sie steht rechts an der Straße und eröffnet den Blick auf einen Teil der Pyrenäenkette.
Kirche, Stelen und Spuren der Vorgeschichte
Die Pfarrkirche San Pedro besitzt ein zweijochiges Kirchenschiff, Seitenkapellen, einen polygonalen Chorabschluss sowie gotisch-renaissancezeitliche Sterngewölbe. Zum Bau gehört außerdem ein Renaissancechor aus dem Jahr 1597. In der Sakristei wird ein mit Silberblech verkleidetes Prozessionskreuz mit Holzkern aufbewahrt. Das Kreuz stammt aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, zeigt spätgotische Formen und einen Dekor im Stil des „a candelieri“.
An die Kirche auf dem hundertjährigen Friedhof von Abaurregaina/Abaurrea Alta ist das Museo de Estelas angebaut. Dort wurde eine bedeutende archäologische Fundstätte museal gestaltet. Im Museum können mehr als dreißig geborgene mittelalterliche Stelen in ihrer ursprünglichen Lage und Ausrichtung besichtigt werden. Das Museo de Estelas zeigt zwischen Blumen und Pflanzen verzierte Stelen; einige weisen auf beiden Seiten der Scheiben kunstvolle, vielfältige Muster auf, während jüngere Exemplare Familiennamen tragen. So stehen sakrale Architektur, Grabzeichen und lokale Geschichte in unmittelbarer räumlicher Verbindung.
Am Ortsausgang liegt neben der Brücke über den Fluss Zatoya die Cueva de Zatoya, eine 100 Meter lange Höhle. Dort wurde eine der bedeutendsten prähistorischen Fundstätten der Foralgemeinschaft Navarra entdeckt. Die archäologischen Überreste stammen von Jägergruppen und reichen vom Ende des Jungpaläolithikums über das Epipaläolithikum bis in das Neolithikum. Eine Kalkbrennerei in Abaurrea Alta wurde für Besichtigungen instand gesetzt und ergänzt diese sichtbaren Zeugnisse der örtlichen Vergangenheit um ein Beispiel traditioneller Verarbeitung.
Wanderwege und Aussichtspunkte
Von Abaurregaina/Abaurrea Alta führt ein Weg zur Ermita de San Miguel, an der sich ein weiterer Aussichtspunkt befindet. Am Campo de los Grillos gibt es an seiner nordöstlichen Flanke ebenfalls einen Aussichtspunkt auf die Pyrenäen; eine Tafel bezeichnet dort die sichtbaren Berge. Wer eine klar umrissene Wanderung sucht, kann die Cañada Real in Richtung Garayoa wählen. Sie beginnt an der Kirche oder am Rathaus von Abaurrea Alta und lässt sich in etwas weniger als zwei Stunden bewältigen.
Auch der Wanderweg SL NA 54 „Camino de las Abaurreas“ erreicht Abaurregaina/Abaurrea Alta. Anschließend führt er auf dem alten Weg zwischen den beiden Dörfern weiter. Die Wege verbinden damit Ortsgeschichte, Hochebene und Bergblicke, ohne dass die einzelnen Landschaftsräume ihre Eigenart verlieren.
Landwirtschaft und überlieferte Handarbeit
Abaurregaina/Abaurrea Alta ist vor allem von Viehzucht geprägt. Gehalten werden einheimische Rassen wie Vaca Pirenaica, Jaca Navarra und Caballo Burguete, die an Relief und Klima der Gegend angepasst sind. Zum traditionellen Leben gehört auch der Holzeinschlag: Er diente der Nutzung und Verarbeitung von Bäumen aus den umliegenden Wäldern und hat sich heute zu einem traditionellen Sport entwickelt. Diese Verbindung aus Weidelandschaft, Wald und überlieferten Tätigkeiten gibt dem Ort ein deutlich ländliches Profil.
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