Torremocha de Jarama: Geschichte und Landschaft erleben

File:Torremocha de Jarama, 28189, Madrid, Spain - panoramio.jpg File:Torremocha de Jarama, 28189, Madrid, Spain - panoramio.jpg Foto: Ricardo Ricote Rodrí… via Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Kirche, Ortskern und lokale Geschichte

Torremocha de Jarama zeigt seine Geschichte besonders anschaulich an der Pfarrkirche San Pedro Apóstol. Sie ist eines der wenigen romanischen Beispiele in der Region und entstand in mehreren Bauphasen ab dem 13. Jahrhundert. In ihrem Inneren befinden sich auf die Mitte des 15. Jahrhunderts datierte Wandmalereien der internationalen Gotik. Sie gelten als einziges erhaltenes Beispiel dieser Art in der Comunidad de Madrid und als eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse in Kastilien.

Auch das historische Zentrum bewahrt charakteristische Details: Kopfsteingepflasterte Straßen führen zwischen Häusern aus Kalkstein, Lehm und Holz hindurch, die mit Satteldächern gestaltet sind. An jedem Haus befindet sich eine Gedenktafel zu Ehren der Frauen, die dort gelebt haben und leben. Das Museo de la Agricultura ergänzt diesen Ortsrundgang mit mehr als 500 Stücken, die landwirtschaftliche Traditionen auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene veranschaulichen. Nicht alle Stücke sind ausgestellt.

Handwerk, Produkte und Bauwerke am Kanal

Im Kunsthandwerkszentrum Torrearte können Besucher Erzeugnisse aus Keramik, Porzellan, Skulptur, Weide, Holz, Metall, Recyclingpapier und dem Lebensmittelbereich kennenlernen und kaufen. Eine Kulturroute des Museo de la Agricultura kann außerdem eine Verkostung typischer Produkte der Region sowie ein Seminar zur Wein- und Ölverkostung umfassen.

Die Ruta del Canal de Cabarrús führt durch die Getreidesteppen der Vega del Jarama. Entlang der Strecke verteilen sich Überreste der historischen Kanalanlagen. Der Kanal wurde zwischen 1775 und 1799 gebaut, war bis zu 12 Kilometer lang und verband die Einzugsgebiete der Flüsse Lozoya und Jarama. Zu ihm gehörten 12 steinerne Brücken, fünf Aquädukte, eine Bewässerungsrinne und zehn Wachhäuser für die Kanalwächter. In Torremocha de Jarama wurde zudem ein großes Dienstgebäude errichtet, das saisonal als Wohnhaus genutzt wurde.

Ein Wehrturm römischen und frühmittelalterlichen Ursprungs besitzt einen gemauerten Landungssteg. Dieser deutet auf eine Nutzung des Ortes als Übergang über den Fluss Jarama hin. Auch die Geschichte einer Mühle gehört zum örtlichen Erbe: Sie wurde 1985 von Manuel Castiñeiras erworben und anschließend mehrfach restauriert.

Wege durch Vega, Flusslandschaft und Bergbaugeschichte

Der barrierearme Camino de las Huertas führt von Torremocha nach Patones durch Weinberge und Steineichenlandschaften in der Vega del Jarama. Dabei erreicht er die Gärten von Torremocha sowie den Fluss Jarama. Die Route am Arroyo San Román beginnt und endet in Torremocha, folgt der Ufervegetation und führt beim Aufstieg nach Patones de Arriba zu einem Aussichtspunkt über das Valle del Jarama. Auf diesem Weg lässt sich außerdem der Übergang von kalkhaltigem zu überwiegend schieferhaltigem Gelände beobachten.

Die Ruta de las Minas richtet den Blick auf Spuren des örtlichen Schieferbergbaus. Dazu gehören Mundlöcher und der frühere Saumpfad, auf dem das Mineral mit Lasttieren transportiert wurde. Wege und Pfade führen außerdem zum Soto de Torremocha, vorbei an jahrhundertealten Ulmenhainen, Steineichen und Pappeln. In den ausgewiesenen Abschnitten von Torremocha de Jarama ist das Angeln mit einer zuvor einzuholenden Genehmigung der Comunidad de Madrid und einer gültigen Angellizenz der Comunidad de Madrid möglich.

Weitere Reiseziele für Ihre Planung: Titulcia, Getafe, Alameda del Valle, Santa María de la Alameda, Talamanca, Alcalá De Henares, San Martín De Valdeiglesias, Puebla de la Sierra

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