Talamanca: Brücke, Mauern und Wege am Jarama

File:Cartuja Talamanca de Jarama.JPG File:Cartuja Talamanca de Jarama.JPG Foto: Cruccone via Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Talamanca verbindet am Jarama römische Ursprünge, mittelalterliche Bausubstanz und Wege durch die Flusslandschaft. Der Puente Romano de Talamanca hat seinen Ursprung wahrscheinlich in der Römerzeit, während der größte Teil der heute erhaltenen Bausubstanz ungefähr aus dem 13. und 14. Jahrhundert stammt. Fünf Bögen prägen das Bauwerk: vier Rundbögen und ein Segmentbogen. Von Talamanca aus führt am letzten Kreisverkehr die westwärts führende Ausfahrt auf einer 1,1 Kilometer langen Straße bis zur Brücke. Geführte Besichtigungen müssen mit etwas Vorlauf angefragt werden.

Kultur

Am Camino del Puente steht die Ermita de la Soledad, eine barocke Kapelle mit quadratischem Grundriss. Die Familie Avendaño gab sie im 17. Jahrhundert in Auftrag. Ebenfalls zum historischen Ortsbild gehören die Puerta de Uceda und die Puerta de la Villa beziehungsweise La Tostonera. Beide Tore liegen im ummauerten Ortsbereich von Talamanca, dessen Ursprung mit der muslimischen Epoche in Verbindung gebracht wird. Für kulturgeschichtlich Interessierte bilden sakrale Architektur, Befestigung und Siedlungsgeschichte in Talamanca ein zusammenhängendes Themenfeld.

Der nördliche Mauerabschnitt von Talamanca de Jarama ist mehr als 100 Meter lang. Sieben Türme gehören zu diesem Abschnitt, von denen sechs gut erhalten sind. Der Ábside de los Milagros, auch Morabito genannt, ist der einzige erhaltene Rest einer romanisch-mudéjaren Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Tore, Türme, Mauer und Kirchenrest geben dem Ortsbereich unterschiedliche historische Formen.

Geschichte

Eine muslimische Töpferstätte in Talamanca wurde wegen ihrer Nähe zum Wasser und ihrer Lage außerhalb der Medina ausgewählt. Sie blieb mehrere Jahrhunderte aktiv. Damit reicht die Geschichte des Ortes von Befestigungsanlagen und Sakralbauten bis zu handwerklicher Herstellung.

Die Bodega del Arrabal errichteten im 18. Jahrhundert die Kartäusermönche des Klosters Santa María de El Paular. Unterirdische Gänge verbinden die Bodega mit La Cartuja. Durch diese Gänge wurde Wein über steinerne Leitungen zu den Weinkrügen transportiert. La Cartuja wurde seit den 1960er-Jahren wiederholt als Filmkulisse genutzt. Klosterbezug, Weintransport und Filmgeschichte treffen hier auf engem historischem Raum zusammen. Handwerk, Klosterbezug und Filmgeschichte stehen dabei als eigenständige kulturgeschichtliche Themen nebeneinander.

Natur

Östlich des Ortszentrums führen in der Ebene des Río Jarama Wege durch Auwälder und Getreidefelder. Diese Wege können zum Radfahren und Wandern genutzt werden. So liegen neben den Bauwerken des Ortes auch offene Landschaften mit unterschiedlichen Wegen und Vegetationsräumen. Für Naturinteressierte bilden Wege durch die Ebene und das westlich von Talamanca gelegene Schutzgebiet zwei unterschiedliche Themen.

In der näheren Umgebung westlich von Talamanca liegt die ZEPA Estepas Cerealísticas de los ríos Jarama y Henares. Dort lassen sich unter anderem Großtrappen beobachten; diese Art ist vom Aussterben bedroht. Für Naturinteressierte verbindet Talamanca damit die Wege an Auwäldern und Getreidefeldern mit einer Schutzgebietslandschaft und einer konkret genannten bedrohten Vogelart. Die Großtrappe gehört als bedrohte Vogelart zu diesem Naturthema.

Weitere Orte

Weitere Orte: Loeches, Cenicientos, Daganzo De Arriba, Colmenar Del Arroyo, Tres Cantos, Cercedilla, Torrelodones, San Lorenzo De El Escorial

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Madrid.

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