Noreña entdecken: Jakobsweg, Paläste und Sabadiego
Noreña zwischen Jakobsweg, Baukultur und Wursttradition
Noreña zeigt eine ungewöhnliche Verbindung aus Pilgergeschichte, historischer Baukultur und ausgeprägter Wursttradition. Durch den Ort verläuft der Camino de Santiago, dessen Route als historische Route zum Bien de Interés Cultural erklärt wurde. Dazu kommt mit dem Sabadiego eine Wurst, deren traditionelle Hochburg Noreña ist.
Dokumentarische Belege bestätigen, dass die durch Noreña führende Route in der späten Phase des Mittelalters und zu Beginn der Frühen Neuzeit von Jakobspilgern genutzt wurde. Der Abschnitt verläuft zwischen Ferrera und dem Palacio de Miraflores, bevor er in das bebaute Gebiet der Villa de Noreña eintritt. So liegen Pilgerweg und Ortsgeschichte in einer klar nachvollziehbaren Abfolge.
Zu den markanten Bauwerken gehört die Kirche Santa María de Noreña, die über einer älteren romanischen Kirche steht. Ihr Äußeres ist von der Renaissance beeinflusst. Der Palacio del Rebollín ist ein asturischer Palast, dessen Bau sich über mehrere Bauphasen zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert erstreckte. Der Palacio de Miraflores stammt aus dem späten 16. Jahrhundert und besitzt eine klassizistische, vom Herrerianismus beeinflusste Gestaltung um einen von Säulengängen umgebenen Innenhof. Im Palacio de Miraflores verbrachte Álvaro Flórez Estrada seine letzten Lebensjahre; er lebte von 1776 bis 1853 und starb dort.
Auch kleinere Bauwerke erzählen von der Entwicklung des Ortes. Der Torre del Reloj stammt aus dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts und diente früher als örtliches Gefängnis, öffentliche Uhr sowie als Ort, von dem aus die Einwohner zu Versammlungen gerufen wurden. Die Casa de Ramón Pérez de Ayala wurde 1874 erbaut und ist das Haus in Noreña, in dem der asturische Schriftsteller und Journalist seine Sommer verbrachte. Die Casa de Pedro Alonso entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts als eklektisches indisches Haus; in ihrem Garten wachsen asturische und amerikanische Bäume. Das Quiosco de la Música im Paseo de Fray Ramón entwarf Juan Miguel de la Guardia, errichtet wurde es von Arturo Bertrand. Der achteckige Aufbau aus Eisen und Holz trägt eine Kuppel mit Zinkschindeln und einen nadelförmigen Abschluss.
Die lokale Esskultur konzentriert sich besonders während der Fiesta del Picadillo y el Sabadiego, die jedes Frühjahr stattfindet und zum Fest von touristischem Interesse des Fürstentums Asturien erklärt wurde. Picadillo und Sabadiego sind die zentralen Speisen dieser Feier. Sabadiego wird aus Blut, magerem Fleisch und Zwiebeln hergestellt. Zur Feier gehören außerdem eine gut besuchte Romería und als Abschluss der „baile del caldo“. Die Fábrica La Luz, ein bedeutendes Industriegebäude von 1913, war das erste Gebäude in Noreña, in dem moderne Maschinen zur Wurstherstellung eingesetzt wurden, und gilt als die erste Fabrik der Welt, die asturische Fabada in Dosen abfüllte. Das Monumento al Gochu erinnert seit 2001 mit einer lebensgroßen Bronzeskulptur an das Tier, das die Rohstoffe für Noreñas wichtige Wurstwarenindustrie liefert.
Für weitere Kulturziele liegen der Palacio de Valdesoto, das Museo Asturias Si Yo Pudiera, das Museo de la Siderurgia und das Museo Arqueológico de Asturias in der Umgebung von Noreña. Núcleo Zoológico El Bosque ist dort ebenfalls als Zoo angesiedelt. Im weiteren regionalen Umfeld befinden sich die Strände Playa de Poniente, Playa Los Mayanes und Playa Cervigón. Der Fluss Noreña mündet in den Fluss Nora, der ein Nebenfluss des Nalón ist. Die Straßenanbindung umfasst die Nationalstraße N-634 in Richtung Oviedo und Santander, die Ausfahrt 19 der Autovía Minera AS-I sowie die Ausfahrt 22 der Autovía A-64.
Die Ortsseite Noreña bietet den passenden Einstieg in die weitere Orientierung.
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