Urzainqui: Flusstal, Bergwege und historische Zeugnisse
Unterkünfte in Urzainqui
Fluss, Tal und Ortsgeschichte
Urzainqui zeigt seinen Charakter dort, wo der Fluss Esca den Ort am Fuß der Gebirgszüge Santa Bárbara und Arrigorrieta durchquert. Im Esca-Tal weitet sich der Raum bei Urzainqui im leichter erodierbaren Flysch; wo der Fluss Kalksteinaufschlüsse durchschneidet, verengt er sich zu einer Schlucht. Auch das Siedlungsbild erzählt von der Nutzung dieser Landschaft: Der alte Flusshafen bewahrt den Einfluss der Forstwirtschaft und des Holztransports.
Kirchen, Kunst und historische Häuser
Ein kultureller Schwerpunkt ist die Kirche San Martín de Tours. Ihr Hauptbau ist ein frühprotogotischer Bau vom Beginn des 13. Jahrhunderts; später kamen ein Portal aus dem 16. Jahrhundert und wahrscheinlich im Barock Seitenschiffe hinzu. In der Kirche befinden sich ein gotischer Reliquienschrein, ein Prozessionskreuz aus der Renaissance und ein flämisch geprägtes Ecce-Homo-Gemälde aus dem 16. Jahrhundert. Der Hauptaltar der Pfarrkirche von Urzainqui gilt als das erste in Navarra dokumentierte Retabel des betreffenden Meisters; sein Auftrag stammt aus dem März 1753.
Die Kapelle Nuestra Señora de San Salvador war früher die Pfarrkirche von Urzainqui. Sie ist gotischen Ursprungs und wurde im Barock restauriert; in ihr befindet sich eine gotische Marienfigur aus dem 14. Jahrhundert. Ihr Retabel war das erste dokumentierte Werk von Francisco Pejón in Roncal und Navarra, der Vertrag darüber wurde am 8. Oktober 1737 unterzeichnet. Zu den weiteren Zeugnissen im Ort zählen die Ruinen des Turms von Urzainqui, einer Anlage aus dem 16. Jahrhundert mit großem spitzbogigem Portal und einem Wappenschild mit Christusmonogramm. Das Renaissancekreuz von Urzainqui stammt aus dem Jahr 1597 und trägt eine Marienfigur.
Auch die historischen Häuser geben dem Ortsbild markante Details. Casa Melikotx gehört zusammen mit Casa Krutxaga zu den historischen Häusern im Viertel del Castillo beziehungsweise Ingruñía von Urzainqui. Hervorgehoben werden dort ein Portal mit geradem Sturz und ein neoklassizistisches Wappen über dem Balkon des Hauptgeschosses.
Wanderwege und Nachthimmel
Für aktive Tage sind zwei Wanderwege mit Urzainqui verbunden. Der SL Camino de la Boca beginnt an der Kapelle San Salvador, führt abwärts bis zur Straße NA-137 und anschließend zurück nach Urzainqui. Der Weg warnt vor dem Verkehr auf der NA-137 sowie vor senkrechten Absturzstellen; Wandernde sollen auf dem markierten Weg bleiben. Der SL-NA 77 Isaba–Urzainqui ist 5,3 Kilometer lang, weist einen Höhenunterschied von 250 Metern auf, hat 1 Stunde 30 Minuten angegebene Bewegungszeit und endet in Urzainqui. Er verläuft auf einem alten Verbindungsweg zwischen Isaba und Urzainqui über bewaldete Hänge, Anhöhen und Schluchten. Sein Abstieg nach Urzainqui folgt dem alten Camino de Aizaritu, der früher als wichtiger Zugang zu den hoch gelegenen Feldern diente. Urzainqui ist außerdem Teil eines Destinostar-Starlight-Gebiets und zählt in Navarra zu den besten Orten für die Beobachtung des Nachthimmels.
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