Betelu: Steineichen, Flusswege und Kultur
Unterkünfte in Betelu
Natur zwischen Araxes und Steineichen
In Betelu treffen Naturraum, Wege und Ortsgeschichte auf engem Raum zusammen. Flussaufwärts der Ortschaft erstrecken sich an beiden Ufern des Araxes die Steineichenwälder von Zigadia-Beroate. Das als Naturgebiet EN-27 ausgewiesene Gebiet umfasst in der Gemeinde Betelu 41,3 Hektar. Seine Besonderheit liegt in einem seltenen Ökosystem mediterranen Ursprungs, das isoliert in einer atlantischen Umgebung liegt. In Navarra bildet das Steineichenökosystem außerdem einen biologischen Korridor zwischen der mediterranen und der eurosibirischen biogeografischen Region.
Zum Naturprofil gehören auch die Thermalquellen des hydrothermalen Systems von Betelu. Sie entstehen durch die tiefe Zirkulation von Grundwasser, den Kontakt mit salzhaltigen Formationen der Keuper-Fazies und den schnellen geologisch bedingten Aufstieg des Wassers. Damit stehen in Betelu sowohl die Vegetation des Naturgebiets als auch die Entstehung der Quellen als eigenständige Naturthemen nebeneinander.
Wanderwege mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Eine konkrete Möglichkeit, Zigadia-Beroate und die Umgebung zu durchqueren, ist die Ruta 22 Encinar de Betelu. Der 4,00 km lange Rundwanderweg beginnt in Betelu und weist einen Höhenunterschied von 320 m auf. Die besten Aussichten der Strecke bietet der Alto de Arritxo. Unterwegs verläuft die Route durch das Naturgebiet Zigadia-Beroate und führt an Überresten ehemaliger Bergbauanlagen vorbei. So verbindet sich der Blick auf den Steineichenbestand mit Spuren früherer Nutzung.
Deutlich kürzer ist die Senda de Goikola, ein etwa 700 m langer einfacher Weg entlang des Flusses Araxes. Sie ist für Rollstühle, Karren und Kinderwagen zugänglich. Die Senda beginnt an der Wasserabfüllanlage von Betelu, die sich am Standort des ehemaligen Heilbads befindet. Der Weg ist auch als Camino Real bekannt, weil er von Gästen des ehemaligen Heilbads genutzt wurde, darunter König Alfons XII. Außerdem führt die Senda de Goikola zu den Ruinen der Ferrería de Goikola, einer ehemaligen Kupfergießerei.
Architektur und überlieferte Festkultur
Im Ort selbst steht die Iglesia de San Pedro Apóstol, eine einschiffige Steinkirche mit einem spätgotischen Portal. Der Palacio de Azconegui in Betelu ist mit dem offiziellen Verzeichnis des Königreichs und den Militärquartieren von 1513 verbunden und als cabo de armería bezeichnet. Beide Bauwerke setzen unterschiedliche historische Akzente innerhalb des Ortes.
Zur Kultur von Betelu gehören außerdem die Karrika dantza de Betelu und die Txistularis-Tradition. Die Karrika dantza ist ein Karnevalstanz mit eigener Melodie, der durch die Straßen geführt wird. Bei den Txistularis spielen die Musiker mit einer Hand das Txistu und mit der anderen eine kleine Trommel; bei wichtigen Festen führen sie Stücke zu Volkstänzen auf. Musik, Tanz und die steinernen Bauwerke ergänzen damit die Natur- und Wanderthemen um lokale Ausdrucksformen.
Blick ins Araitz-Tal
Ein weiterer Orientierungspunkt ist der Mirador de las Malloas. Von Betelu aus ist der Aussichtspunkt in etwa 20 Minuten zu Fuß erreichbar und bietet Ausblicke auf die steile Malloas-Wand sowie auf die Dörfer und Weiler des Araitz-Tals.
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