Sarral: Alabaster, Modernismus und Landschaft
Alabaster und modernistische Architektur
Sarral zeigt seinen Charakter besonders dort, wo Alabasterhandwerk, modernistische Architektur und markante Landschaften zusammentreffen. Die Alabastersteinbrüche von Sarral sind seit dem Mittelalter dokumentiert; 1917 wurde die erste moderne Werkstatt für Alabasterhandwerk eröffnet. Das Museu de l’Alabastre ist in einer noch aktiven Alabasterwerkstatt untergebracht und vermittelt das mineralische und handwerkliche Erbe des Alabasters. So beginnt die kulturelle Orientierung in Sarral mit einem konkreten Material und seiner Verarbeitung.
Zur architektonischen Seite von Sarral gehört das modernistische Haus Cal Garrofa. Es wurde 1924 von Cèsar Martinell entworfen und zeichnet sich durch Dachgeschossfenster und eine originale Tribüne aus. Cal Cabronet ist ein weiteres modernistisches Gebäude von Cèsar Martinell aus dem Jahr 1921. Gemeinsam stehen die beiden Häuser für modernistische Architektur in Sarral und zeigen zugleich unterschiedliche Entstehungsjahre.
Führungen und handwerkliche Einblicke
In Sarral werden personalisierte Führungen für Besucher und andere Interessierte angeboten; eine vorherige Reservierung ist erforderlich. Gruppen können nach vorheriger Anmeldung an den vom Museu de l’Alabastre organisierten Workshops zur Bearbeitung von Alabaster teilnehmen. Alabaster erscheint hier sowohl als historisches Erbe als auch als handwerklicher Gegenstand, mit dem sich Gruppen praktisch auseinandersetzen können.
Wein und ein fester Dezembertermin
In der modernistischen Bodega de Sarral werden geführte Besichtigungen mit Weinprobe angeboten. Einen festen Platz im Jahreskalender hat die Fira de Sarral: Sie findet jedes Jahr am 8. Dezember statt und umfasst unter anderem eine offene Besichtigung des Weinkellers der Genossenschaft. Wein begegnet Ihnen damit in Sarral sowohl in der Bodega als auch im Rahmen eines jährlich wiederkehrenden Termins.
Wasser, Fluss und Schluchten
Die Landschaft setzt einen anderen Akzent. Der Salt de l’Anguera ist ein Wasserfall an der Quelle des Flusses, wo die Schluchten Barranc de la Solana und Barranc del Salt zusammentreffen. Der Riu Anguera gilt als einer der Flüsse Kataloniens mit einem biologisch besonders gut erhaltenen und ausgewogenen Abflussregime. Wasserfall, Schluchten und Fluss geben der natürlichen Seite Sarrals eine klar erkennbare Form.
Höhenlandschaft und Zisterzienserweg
In der Landschaft von Sarral kommt ein weiterer räumlicher Maßstab hinzu. Der Gipfel El Cogulló liegt auf 885 Metern Höhe; nach weiteren 200 Metern auf dem Pfad erreicht man den als „Roca“ bezeichneten natürlichen Aussichtspunkt. Der Fernwanderweg der Route des Zisterzienserwegs verläuft durch das Gebiet zwischen den Comarques Alt Camp und Conca de Barberà. Dort lässt sich regelmäßig der Flug des Habichtsadlers beobachten. Für Naturinteressierte stehen damit ein einzelner Gipfel, ein benannter Aussichtspunkt und ein Wanderweg durch einen größeren Landschaftsraum nebeneinander.
Ein direkt untergeordnetes Ziel ist Montbrió De La Marca.
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