El Pobo de Dueñas: Festung, Kirche und offene Landschaft

File:El Pobo de Dueñas, Guadalajara, España, 2017-05-22, DD 67.jpg File:El Pobo de Dueñas, Guadalajara, España, 2017-05-22, DD 67.jpg Foto: Diego Delso via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

El Pobo de Dueñas liegt an einem natürlichen Übergang zwischen Molina de Aragón und der Depression des Jiloca. Von dort aus lässt sich der Ort über Wehrgeschichte, Kirchenkunst, Alltagskultur und Landschaft lesen.

Wehrgeschichte zwischen Kastilien und Aragón

Das Castillo del Pobo de Dueñas ist eine mittelalterliche Festung, die Teil des Verteidigungssystems des Señorío de Molina war. Neben der Festung sind Reste der alten Stadtbefestigung erhalten. Ein weiterer historischer Bezugspunkt liegt bei der Torre de la Herreruela im Gebiet La Herreruela: Dort sind die Überreste eines Wehrturms erhalten, der vermutlich zu einem Verteidigungsgürtel zwischen den Herrschaftsgebieten Kastiliens und Aragoniens gehörte.

Pfarrkirche San Juan Bautista

Die Pfarrkirche San Juan Bautista gehört zum monumentalen Erbe von El Pobo de Dueñas. Die heutige Pfarrkirche wurde im 16. Jahrhundert errichtet und im 17. sowie im 20. Jahrhundert umfassend umgebaut. Ihr charakteristisches Portal besitzt einen Bogen und Archivolten, die mit Kugeln und Rosetten verziert sind. Im Inneren befindet sich eine polychrome liegende Skulptur von Don García Gil Manrique. An diesem Sakralbau treffen damit Baugeschichte, Portalgestaltung und ein konkretes Kunstwerk zusammen.

Parameras, Felder und traditionelle Wege

Rund um El Pobo de Dueñas ist die Landschaft durch weite Parameras und offene Felder geprägt. Traditionelle Wege rund um El Pobo de Dueñas ermöglichen Wanderungen durch eine Steppenlandschaft. Für einen Spaziergang oder eine längere Wanderung stehen auf diesen Wegen die offenen Flächen und die besondere Landschaftsform im Vordergrund.

Ethnologische und paläontologische Einblicke

Das Museo Etnológico de El Pobo de Dueñas ist ein kleines Museum in den unteren Räumen des Rathauses. Es zeigt etwa 200 Objekte: landwirtschaftliche Geräte und Utensilien, Maschinen, Werkzeuge traditioneller Berufe, Gewichte und Maße, Haushaltsgegenstände, Kleidung sowie alte Fotografien des Ortes und seiner Bewohner. Im ethnografischen Museum gibt es außerdem eine kleine paläontologische Abteilung, in der Besucher Fossilien sehen können. So stehen im selben Haus Gegenstände des täglichen und beruflichen Lebens neben erdgeschichtlichen Funden.

Camino del Cid und Graptolithen

Der Camino del Cid führt durch El Pobo de Dueñas; die Route Las Tres Taifas ist dort als Radtour ausgewiesen. Das Gebiet von El Pobo de Dueñas ist für versteinerte koloniale Organismen bekannt, die als Graptolithen bezeichnet werden. Die paläontologische Spur reicht damit über die Museumsräume hinaus und gehört auch zur geologischen Besonderheit des Gebiets. Wer die Themen miteinander verbindet, begegnet dabei unterschiedlichen Zeitdimensionen: den Verteidigungsbezügen zwischen Kastilien und Aragón und den Fossilien als Spuren versteinerter kolonialer Organismen. Dazwischen stehen Kirche, Rathausmuseum und die Wege durch die offene Landschaft.

El Pobo de Dueñas verfügt über eine Bushaltestelle. Sie ist damit ein konkreter Bestandteil der örtlichen Infrastruktur und ergänzt die im Ort und im Umland verankerten Kultur- und Landschaftsthemen um einen Ankunftspunkt.

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