La Hoya und die Salinas de Janubio: Dorfgeschichte in Lanzarote
File:La Hoya (Yaiza), Salinas de Janubio, view to the Atalaya de Femés.JPG
Foto: Dguendel via Wikimedia Commons, CC BY 4.0
La Hoya und die Salinenlandschaft
La Hoya auf Lanzarote zeigt ihre Geschichte dort, wo die Siedlung und die Salinas de Janubio unmittelbar miteinander verbunden sind. Unterhalb von La Hoya liegen die Salinen, die als die größten Salinen der Kanarischen Inseln gelten. La Hoya entstand im 19. Jahrhundert als Siedlung für Salinenarbeiter, die in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen mussten. Auch das Caserío de La Hoya wurde im 19. Jahrhundert von den Arbeitern der Salinas de Janubio errichtet. Damit wird der Ort nicht nur durch seine Lage, sondern auch durch die Arbeitswelt geprägt, aus der er hervorgegangen ist.
Der Bau der Salinas de Janubio begann 1895 und wurde etwa 1945 abgeschlossen. Die Anlage steht damit für eine Entwicklung, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte. Historisch waren die Salinen mit der Fischerei, dem Einsalzen von Fisch und der Fischkonservenindustrie verbunden. Wer La Hoya besucht, begegnet daher einem Ort, an dem Salzgewinnung, Küstenwirtschaft und Siedlungsgeschichte eng aufeinander bezogen sind.
Salzgewinnung und geschützter Lebensraum
Das Sitio de Interés Científico del Janubio umfasst 168,6 Hektar im Gemeindegebiet von Yaiza. Geschützt werden dort der halophile Lebensraum, die damit verbundenen Arten sowie die weiterhin ausgeübte traditionelle Salzgewinnung. Die Salinas de Janubio werden weiterhin nach traditionellen Verfahren betrieben und sind die einzigen aktiven Salinen auf Lanzarote. Diese Verbindung von fortbestehender Handarbeit und geschützter Landschaft gibt dem Gebiet einen klaren eigenen Charakter.
Auch für Zugvögel hat das Gebiet Bedeutung: Bis zu 70 Zugvogelarten nutzen die Salinas de Janubio zur Rast und Nahrungsaufnahme. Außerdem ist das Gebiet als Zona de Especial Protección para las Aves, kurz ZEPA, ausgewiesen.
Führung, Architektur und Geschmack
Eine 90-minütige Führung durch die Salinas de Janubio erklärt den Prozess der Herstellung von Meersalz. Sie führt von den Siedepfannen bis zur handwerklichen manuellen Salzgewinnung und behandelt außerdem den hydraulischen Aufbau, die Mühlen und die Architektur der Salinen. So lässt sich die Anlage sowohl als arbeitender Ort als auch als bauliches Gefüge verstehen. Zur Führung gehört eine Verkostung von „Flor de Sal Marina con Sabores de Janubio“, wodurch die lokale Salztradition auch kulinarisch greifbar wird.
Eine weitere kulinarische Verbindung zur Umgebung bietet das Restaurante El Mirador. Dort werden Gerichte mit Tagesfang serviert, die mit natürlichem Salz aus den Salinas de Janubio gewürzt werden. In der Umgebung von La Hoya gibt es außerdem an der Straße nach Yaiza einen Aussichtspunkt. Beide Orte ergänzen die historische Betrachtung um konkrete Bezüge zu Fisch, Salz und Landschaft.
Orientierung rund um La Hoya
Der Camino Natural de Órzola a Playa Blanca verläuft sehr nahe an den Salinas de Janubio vorbei. Auf der Ruta Volcanes geht es über die LZ-703 bis nach La Hoya und zur Abzweigung zu den Salinen. Für die Anreise mit dem Linienverkehr verbindet die Linie 06 Arrecife, Puerto del Carmen und Playa Blanca und bedient die Haltestelle Rotonda La Hoya.
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