Guatiza auf Lanzarote: Kaktusgarten, Kirchen und Wanderwege
File:Guatiza - Jardín de Cactus - Lanzarote - J45.jpg
Foto: Luis Miguel Bugallo Sánchez (Lmbuga) via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Guatiza zeigt seinen besonderen Charakter an Orten, an denen Natur, vulkanischer Stein und lokale Kultur eng beieinanderliegen. Der Jardín de Cactus entstand aus einem früheren Steinbruch für vulkanisches Material. Seine Terrassen bewahren die Form dieses früheren Steinbruchs und geben dem Garten eine deutlich durch die Landschaft geprägte Gestalt.
Natur und Geologie
Im Jardín de Cactus wachsen nahezu 500 Kaktusarten aus aller Welt. Die große Vielfalt der Pflanzen steht dabei unmittelbar neben der erhaltenen Form des ehemaligen Abbaugeländes: Terrassen, Stein und Kakteen gehören zu einem Garten, dessen Geschichte im Gelände sichtbar bleibt. So verbindet dieser Ort die weltweite Pflanzenwelt mit der vulkanischen Vergangenheit von Guatiza, ohne dass beide Aspekte getrennt voneinander betrachtet werden müssen.
Auch die Cantera de Tinamala zeigt die innere Struktur eines Tuffkegels, der aus teilweise verschweißten pyroklastischen Ablagerungen ballistischer Auswürfe besteht. Der Abbau von Blöcken schuf an der Cantera de Tinamala einen besonders markanten, terrassierten Einschnitt. Die Form des Kegels und die Spuren des Abbaus prägen hier gemeinsam das Bild des Steinbruchs.
Kirche und Festtradition
Im Zentrum von Guatiza steht die eigenwillige Iglesia del Cristo de las Aguas. Zur Kirche Cristo de las Aguas gehört ein Gemälde der Heiligen Margareta aus dem 18. Jahrhundert. Der Bau der Kirche Santo Cristo de las Aguas in Guatiza begann im Jahr 1832. Bild, Kirchenbau und Ortszentrum führen damit unterschiedliche zeitliche Ebenen in einem kulturellen Motiv zusammen.
Die traditionellen Festtage zu Ehren des Santo Cristo de las Aguas gelten als religiöses und kulturelles Ereignis der örtlichen Gemeinschaft. Zu den für 2025 angekündigten Festtagen gehörten feierliche Prozessionen, liturgische Handlungen, kulturelle Aktivitäten, Konzerte, Open-Air-Tänze und familienfreundliche Veranstaltungen. Die Feier des Santo Cristo de las Aguas im Jahr 2025 war für alle offen. Zur religiösen Tradition gehört außerdem die Pilgerfahrt Cristo de las Aguas. Sie ehrt ein Kruzifix, das der Überlieferung zufolge Mitte des 19. Jahrhunderts im Meer vor Los Cocoteros erschien.
Wandern und landwirtschaftliches Kulturerbe
PR-LZ-04 zwischen Teguise und Guatiza zählt zu den zehn ausgeschilderten kurzen Wanderwegen auf Lanzarote. Die Route gilt als Strecke, auf der sich der östliche Teil der Gemeinde Teguise erkunden lässt. Der Wanderweg hebt außerdem das landwirtschaftliche Kulturerbe hervor. Kurze ausgeschilderte Wege, Gemeindegebiet und landwirtschaftliche Geschichte verbinden sich hier zu einem klar umrissenen Wandererlebnis.
Die Cantera de Tinamala steht nicht nur für Geologie und früheren Blockabbau: In einem der zu ihr gehörenden Steinbrüche wurde die Oper Aida aufgeführt. Vulkanischer Einschnitt und kulturelle Aufführung markieren damit zwei unterschiedliche Seiten desselben Steinbruchkomplexes.
Weitere Orte auf Lanzarote: Tahiche, Teseguite, Caleta De Sebo, Sóo, Los Cocoteros, Oasis De Nazaret, Famara, Muñique
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