Hinojal entdecken: Schieferarchitektur, Feste und Wanderwege

File:M-abrevadero-hinojal-de-riopisuerga-a.jpg File:M-abrevadero-hinojal-de-riopisuerga-a.jpg Foto: MottaW via Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Schiefer, Granit und Wege durch Hinojal

Hinojal zeigt sich in weiß gekalkten Schieferbauten und charakteristischen Schornsteinen, die zur traditionellen Architektur des Ortes gehören. Über die Autobahn A-66 ist Hinojal erreichbar. Für eine Fahrt durch die Landschaften der Riberos des Almonte bietet sich die Straße EX-390 an; dort lassen sich diese Landschaften direkt aus der Route heraus genießen.

Kirche, Brücke und Spuren der Geschichte

Am nördlichen Ortsrand steht die Kirche Nuestra Señora de la Asunción. Sie wurde zwischen dem späten 15. und dem frühen 16. Jahrhundert aus Schieferbruchsteinmauerwerk mit Granitquadern errichtet. Im Inneren besitzen die Seitenaltäre religiöse Fresken und sind der Dolorosa sowie dem Nazareno gewidmet; hinzu kommt ein vergoldetes Retabel aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. La Puente ist eine einjochige Brücke mit unregelmäßigem Rundbogen und zwei rechteckigen Überläufen. Sie bestand bereits im Jahr 1657.

Zum archäologischen Erbe von Hinojal gehört eine römische Straße. Die Mühle Molino de Pedro Arias bewahrt ihren steinernen Mahlboden aus Granit; ihre Außenwände bestehen aus Schiefer und Mauerwerk. In der Dehesa Boyal von Hinojal liegt außerdem die Casa de los Guardas, ein rundes, aus Schiefer errichtetes Chozo mit sechs Nischen, einem Kamin und Wandgravuren früherer Bewohner.

Routen mit klaren Eckdaten

Wer Hinojal zu Fuß erkundet, findet zwei unterschiedlich beschriebene Routen. Die Ruta de la Lana–Los Rodetes ist 10,5 Kilometer lang und wird als leicht eingestuft. Die Route Hinojal–Rio Tajo misst 4,06 Kilometer, weist 155 Höhenmeter im Aufstieg auf und hat den technischen Schwierigkeitsgrad „moderat“. Beide Strecken geben dem Aufenthalt einen konkreten Rahmen, ohne die historischen Bauwerke aus dem Ortsbild zu lösen.

Kapellen und lebendige Traditionen

Westlich von Hinojal liegt die kleine Ermita de San Berto, eine Kapelle der Bruderschaft San Bartolomé, die in der Zeit der Tempelritter entstand. Ihr quadratischer Grundriss, die Mauern aus Schieferplatten, der nüchterne militärisch geprägte Charakter und die schlichte Sgraffito-Ausgestaltung im Inneren prägen ihr Erscheinungsbild. Wahrscheinlich wird sie als ländlicher Sakralbau einer spätgotischen Ausprägung mit unvollendeter Ausführung eingeordnet. Die Ermita de San Juan besteht seit dem 17. Jahrhundert, besitzt einen rechteckigen Grundriss, wurde aus weiß gekalktem Schieferbruchsteinmauerwerk errichtet und befindet sich in Privateigentum.

Auch der Festkalender gehört zum Ortscharakter. Santo Toribio wird am 16. April gefeiert; fällt der Termin auf einen Wochentag, wird die Feier auf den folgenden Samstag verschoben. Dazu gehören eine Messe in der Kapelle, die Versteigerung der Tragestangen des Heiligen und eine Prozession um die Ermita. Am folgenden Tag werden die Feierlichkeiten als „Día de la ensalá“ fortgesetzt: Die Einwohner versammeln sich, um den typischen Salat zu genießen. Bei San Sebastián tragen die Cantaores Kleidung regulärer Soldaten und singen Lieder zu Ehren des Heiligen. Las Candelas, auch Nuestra Señora de la Candelaria genannt, wird am 2. Februar mit einer Marienprozession und einer Messe gefeiert.

Dehesa Boyal und Kraniche im Spätherbst

Die Dehesa Boyal wird von Steineichen, Zistrosen, Portugiesischen Eichen und natürlichem Strauchbewuchs geprägt. Im Spätherbst besuchen Kraniche Hinojal und suchen in als ZEPA geschützten Naturgebieten wie dem Embalse de Talaván und dem Embalse de Alcántara Nahrung und Schutz. So stehen neben Schiefer, Granit und Sakralbauten auch saisonale Naturbeobachtungen im Ortsbild.

Weitere Orte desselben übergeordneten Reiseziels: Torremocha, Talayuela, El Gordo, Pinofranqueado, Carbajo, Cambrón, Fresnedoso De Ibor und Rebollar.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Cáceres.

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