Herreruela: Dehesa, Geschichte und Wege

Dehesa, Wald und Wege

Herreruela liegt am Nordrand der Sierra de San Pedro. Das Gemeindegebiet umfasst Dehesa und mediterranen Wald, die von kleinen Bächen durchzogen werden. Die verlassene Estación de Herreruela liegt in der Sierra de San Pedro und bietet Ausblicke auf die Landschaft der Umgebung. Im Herbst können Besucher in der Dehesa und im mediterranen Wald die Berrea, die Brunft des Rothirsches, erleben; die Estación de Herreruela gilt ebenfalls als Ort, an dem sich dieses Naturereignis beobachten und hören lässt.

Für Wanderungen bietet sich der PR-CC 90 Mirador del Rocho an, eine 13,6 Kilometer lange lineare Hin- und Rückwegroute in Herreruela. Die Strecke gilt als bequem begehbar und nahezu eben und führt zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Río Salor und die Rivera de las Torres. Die Rundwanderung SL-CC 138 Las Viñas beginnt in Herreruela und verläuft durch das LIC Arroyo del Lugar, ein Natura-2000-Gebiet. Unterwegs führt sie an den Resten einer alten Windmühle zur Mehlherstellung vorbei. Die BTT-Route Dehesas de Membrío, Salorino y Herreruela erreicht Herreruela über ausgedehnte Korkeichenbestände und Dehesa-Landschaften.

Geschichte im Ortsbild

Der Bujío ist eine restaurierte traditionelle Hirtenschutzhütte mit historischen Arbeitsgeräten, anhand derer Besucher die traditionelle Lebensweise der Region kennenlernen können. Das Centro de Interpretación Chico Cabrera vermittelt das Leben des Banditen anhand von fünf Informationstafeln, einer Figur mit seiner typischen Kleidung und zwei audiovisuellen Beiträgen. Die Murales de Herreruela stellen die Ortsgeschichte in zwei Wandgemälden dar, die der Infantin María de Portugal und El Chico Cabrera gewidmet sind.

Die Casa Grande an der Plaza de España, auch Casa de la Marquesa genannt, wurde Ende des 19. Jahrhunderts von einem bedeutenden Großgrundbesitzer der Region erbaut und war früher der Wohnsitz der Marquesa de la Rosa. Das Gebäude befindet sich in Privatbesitz; seine Außenansicht gilt weiterhin als interessanter Anlaufpunkt für Besucher der Umgebung. Die Calle Princesa erinnert an den Aufenthalt der Infantin María de Portugal in Herreruela, wo sie auf dem Weg zu ihrer Hochzeit mit König Philipp II. im Jahr 1543 übernachtete.

Die Pfarrkirche Nuestra Señora de la Encarnación stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sie enthält sechs barocke Tafelgemälde aus dem 17. Jahrhundert, die mit der Kastilischen Schule in Verbindung gebracht werden, sowie eine Kruzifix-Skulptur aus dem 15. Jahrhundert. Die hydraulischen Mühlen von Herreruela besitzen zylindrische Baukörper aus Stein mit einem Durchmesser von ungefähr zehn Metern. Sie dienten zum Mahlen von Getreide aus den Ernten der Umgebung, stammen möglicherweise aus dem 18. Jahrhundert und sind Beispiele für das lokale ethnografische und industrielle Erbe.

Las Pisaeras gehören weiterhin zum lokalen Erbe und zur traditionellen Kulturlandschaft der Gemeinde Herreruela. Sie veranschaulichen frühere Formen der Fortbewegung und der Anpassung an die natürliche Umgebung. Die Puente del Río Salor ist eine große steinerne Brücke mit fünf Bögen. Neben ihr befindet sich eine alte Getreidemühle, die möglicherweise aus dem 18. Jahrhundert stammt. Die anthropomorphen Gräber von La Horma werden anhand von Studien und Indizien in die spät­römische oder frühchristliche Zeit, also in das 3. bis 5. Jahrhundert, eingeordnet. Sie liegen auf Privatgrund und bestehen aus zwei benachbarten, in Schiefer gehauenen Gräbern sowie einem dritten Grab in unmittelbarer Nähe.

Traditionelle Spezialitäten und Feste

In Herreruela findet für die gesamte Gemeinde Ende Februar oder Anfang März eine traditionelle Matanza-Schlachtung statt. Eine sehr alte traditionelle Süßspeise aus Herreruela ist die Rosca del piñonate; ihre Herkunft ist unbekannt.

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