Alagón del Río: Kolonistendorf zwischen Kultur und Landwirtschaft

File:CRA Valle de Alagón en Alagón del Río.jpg File:CRA Valle de Alagón en Alagón del Río.jpg Foto: Hovallef via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Alagón del Río im Valle del Alagón

Alagón del Río liegt im Valle del Alagón im Norden der Extremadura zwischen den historisch und kulturell bedeutenden Städten Plasencia und Coria. Der Ort verbindet eine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte mit dem landwirtschaftlich geprägten Umfeld des Tales. Das Gebiet der Gemeinde wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Zu den bewässerten Kulturen zählen vor allem Obstbäume sowie Mais, Tabak und verschiedene Gemüsearten. Außerdem gibt es Weideflächen für die bedeutende Rinderhaltung der Region.

Alagón del Río entstand als Kolonisationsdorf, um die Bevölkerung von Granadilla und Martinebrón (Sotoserrano) aufzunehmen. Deren Orte wären durch den Bau des Gabriel-y-Galán-Stausees überflutet worden. Ab 1957 begannen die Rodungs- und Einebnungsarbeiten an der Dehesa, auf der das neue Dorf und die Anbauparzellen entstehen sollten. Die erste Gruppe von Kolonisten traf im April 1958 aus Granadilla ein und bestand aus 16 Familien. Wer sich für die Entwicklung ländlicher Räume und die Geschichte der spanischen Binnenregionen interessiert, findet hier deshalb ein klar erkennbares historisches Thema, das eng mit Landschaft und Landwirtschaft verbunden ist.

Kirche, Christusbild und Erinnerungskultur

Ein wichtiger kultureller Bezugspunkt ist die Iglesia del Espíritu Santo. Sie wurde am 10. November 1958 eingeweiht. In der Kirche befindet sich der aus dem 16. Jahrhundert stammende Cristo de la Salud. Das Bildnis ist ein Kruzifix aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, das der Schule von Kastilien zugerechnet wird oder von ihr beeinflusst ist. Es stammt aus Granadilla und gelangte nach einem kurzen Aufenthalt in Cáceres nach Alagón del Río. Dort wurde der Cristo de la Salud per Handzeichen zum Schutzpatron des Ortes gewählt.

Auch die Feste von Alagón mit dem Cristo de la Salud stehen in diesem Zusammenhang. Sie wurden erstmals im Spätsommer und Frühherbst organisiert, zeitgleich mit dem Ende der Tomaten-, Mais- und Paprikaernte. Eine weitere Perspektive auf die Ortsgeschichte bietet das Centro de Interpretación de la Colonización del Valle del Alagón. Es dokumentiert die tiefgreifende Veränderung des Valle del Alagón durch die Einführung der Bewässerungslandwirtschaft in der Mitte des 20. Jahrhunderts und kann in Alagón del Río besichtigt werden. Für den Zugang zu den Einrichtungen sind eine Einzelkarte oder ein Eintrittspass erforderlich.

Route durch das landwirtschaftliche Umfeld

Das ländliche Umfeld lässt sich außerdem mit dem Fahrrad erkunden. Die Route Alagón del Río - ruta de los frutales ist eine 10,9 km lange, als Rundkurs angelegte Mountainbike-Route in der Nähe von Alagón del Río. Ihre Streckenbezeichnung verweist auf die Obstbaumkulturen, die zu den bewässerten Anbauformen der Gemeinde zählen. Zusammen mit dem Centro de Interpretación und den historischen Stationen ergibt sich so ein Besuch, bei dem Kolonisationsgeschichte, Kulturlandschaft und eine konkrete Aktivität nebeneinanderstehen.

Weitere Orte derselben übergeordneten Destination finden Sie hier: Aldeanueva Dela Vera, Ruanes, San Martín De Trevejo, Benquerencia, Pinofranqueado, La Garganta, Casillas De Coria und Santibáñez El Alto.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Cáceres.

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