Castilleja del Campo: Römische Spuren und andalusische Festtraditionen
Unterkünfte in Castilleja Del Campo
Ortsbild und Landschaft
Castilleja del Campo überrascht mit einer Geschichte, die bis in die römische Zeit zurückreicht. Im Ort wurden zahlreiche römische Überreste gefunden, darunter Gräber, geometrisch verzierte Mosaike und Terra Sigillata aus der Zeit der Kaiser Claudius bis Hadrian. Historiker schließen daraus, dass Castilleja del Campo bereits in römischer Zeit besiedelt gewesen sein dürfte.
Geografisch liegt Castilleja del Campo in der Vega del Guadiamar westlich der Comarca Aljarafe. Die nördliche Hälfte des Gemeindegebiets grenzt an die Campiña del Campo de Tejada. Der historische Ortskern ist durch weiße andalusische Häuser geprägt. Seine Straßen und Plätze lassen sich gut zu Fuß erkunden; mit dem Fahrrad kann man auch das Umland entdecken.
Anreise
Die Straßenanbindung von Castilleja del Campo erfolgt über die A-472, die frühere Nationalstraße Sevilla–Huelva, sowie über die Autobahn A-49 (E-1). Die Autobahn ist über die Ausfahrt Carrión de los Céspedes in etwa 2 km Entfernung erreichbar. Auf dem Sendero del Guadiamar führt eine Brücke über die A-472, die Sanlúcar la Mayor mit Castilleja del Campo verbindet. Eine Busverbindung verbindet außerdem Sevilla, Huévar, Carrión und Castilleja del Campo.
Geschichte und Kultur
Das Museo de Aperos de Labranza entstand 2009 durch den Umbau einer ehemaligen Halle, die zuvor zur Hühnerzucht genutzt worden war. Das Museum umfasst mehr als 2.000 landwirtschaftliche Geräte und Antiquitäten, die die Familie Moreno Zaragoza über Jahre gesammelt hat.
Ein herrschaftliches Gebäude mit landwirtschaftlichen Nebenräumen und einer Ölmühle wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. In gutem Zustand erhalten sind nur die Fassade, der Innenhof und einige Nebengebäude. Die barocke Kirche des Ortes wurde im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts über einer früheren Kirche aus dem 16. Jahrhundert im sevillanischen Gotik-Mudéjar-Stil errichtet. Diese ältere Kirche war durch das Erdbeben von Lissabon 1755 zerstört worden. In der Sagrario-Kapelle des Tempels befindet sich ein Crucificado de pasta de junco aus dem späten 16. Jahrhundert.
Ein aus Ziegeln errichtetes Monument wird von einem Kreuz aus Schmiedeeisen gekrönt. An seinem Standort wurde früher das Fest der Maikreuze gefeiert, eine heute verlorene Tradition.
Feste und Theater
Das jährlich im Oktober und November stattfindende Otoño Cultural umfasst eine Musikwoche, eine Kinderwoche und die Muestra de Teatro Aficionado. Ebenfalls in Castilleja del Campo findet das etablierte Certamen de Teatro Aficionado María Moliner statt. Das Certamen steht allen nichtprofessionellen Theatergruppen offen; für 2026 wurde die 14. Ausgabe angekündigt.
Die Patronatsfeste zu Ehren der Virgen del Buen Suceso und des San Miguel Arcángel sind für Besucher geöffnet. Zu ihrem Programm gehören die Carreras de cinta en bicicleta, also Radrennen mit Bändern. Die Festlichkeiten beginnen an einem Donnerstag mit einem nachmittäglichen Pilgerzug ins Umland. Bei den Festlichkeiten wird außerdem die nächtliche Tradition gepflegt, in den frühen Morgenstunden einen toro de fuego abzubrennen.
Regionale Küche
Zu den traditionellen hausgemachten Süßspeisen gehören Rosco de petaca und Piñonate. Sie werden in örtlichen Haushalten handwerklich hergestellt und besonders zu Weihnachten und Ostern gegessen. Zu den traditionellen Gerichten vor Ort gehören Migas mit Sardinen, Caldereta de cordero sowie Tostón mit gegrillten Sardinen.
Weitere Reiseziele: Camas, La Lantejuela, Torrepalma, El Saucejo, Los Palacios Y Villafranca, Lebrija, Tocina und Villanueva Del Ariscal.
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