Órgiva: Kultur, Handwerk und Wege in der Alpujarra
File:An olive branch in a tiled table, Órgiva, Andalucía, Spain - Flickr - Spencer Means.jpg
Foto: Spencer Means from New York City, USA via Source, CC BY-SA 2.0
Kultur und Geschichte
Die Festividad del Santísimo Cristo de la Expiración von Órgiva ist als Fiesta de Interés Turístico de Andalucía anerkannt. Seit 1815 wird sie ununterbrochen gefeiert; ausgenommen sind die Jahre 2020 und 2021 aufgrund der COVID-19-Pandemie.
Die Parroquia de Nuestra Señora de la Expectación wurde 1580 nach dem Ende des Moriskenaufstands in den Alpujarras erbaut. In der Parroquia befindet sich ein Bildnis des Cristo de la Expiración, das der Schule von Martínez Montañés zugerechnet wird.
Die Casa Palacio de los Condes de Sástago wurde über den Überresten eines muslimischen Alquería-Turms aus dem 16. Jahrhundert errichtet. In der Comarca ist sie eines der wenigen Gebäude von vergleichbarer Größe, die erhalten sind.
In Órgiva stehen damit sakrale Kunst, ein überlieferter Festtermin und die baulichen Spuren verschiedener Epochen nebeneinander. Die Festividad verweist auf eine seit dem 19. Jahrhundert gepflegte Tradition, während die Parroquia und die Casa Palacio ältere Schichten der Ortsgeschichte sichtbar machen.
Literatur und Ortsbild
Im Aula Cervantina «Agustín Martín Zaragoza» befinden sich Exemplare von «El Quijote» in mehr als 80 Sprachen. Zum Bestand gehören außerdem Studien und Abhandlungen über das Werk von Miguel de Cervantes.
Die Sala de Exposiciones de Pinturas y Esculturas con Motivos Quijotescos beherbergt Gemälde und Skulpturen, die Passagen aus «El Quijote» nachgestalten. Die Plaza Alpujarra wird von zwei etwa 10 Meter langen Tinaos eingerahmt.
Auf den Säulen der Tinaos sind Bilder gemalt, die jeweils ein Dorf der Alpujarras repräsentieren. Die Ermita de San Sebastián steht auf den Fundamenten einer westgotischen Festung.
Das literarische Angebot und das Ortsbild setzen unterschiedliche Akzente: Im Aula Cervantina wird Cervantes’ Werk über seine internationale Verbreitung und die zugehörigen Studien präsent, in der Ausstellung über die bildliche Gestaltung einzelner Passagen. Auf der Plaza Alpujarra verbinden die Tinaos die Darstellung der Dörfer der Alpujarras mit dem öffentlichen Raum.
Wasser und Wege
Órgiva liegt am Zusammenfluss des Río Guadalfeo und seines Nebenflusses Río Chico. Ein Netz aus Acequias und Albercas begrünt das Tal.
Zu den empfohlenen Wegen in der Umgebung von Órgiva gehört die «Ruta de los olivos centenarios». Ebenfalls gehört der Verlauf des Fernwanderwegs GR-142 zu den empfohlenen Wegen in der Umgebung.
Die Wasserläufe und Bewässerungsanlagen gehören dabei ebenso zum beschriebenen Landschaftsbild wie die beiden genannten Wege. Die «Ruta de los olivos centenarios» und der GR-142 stehen für unterschiedliche Bezüge zur Umgebung von Órgiva, ohne dass ihre gemeinsame Nennung eine weitere Einordnung ihrer Strecken voraussetzt.
Handwerk und Küche
Órgiva bewahrt mit der Alfarería Cacheriche eine traditionelle Töpferwerkstatt. In ihr wird weiterhin ein Brennofen zur Herstellung keramischer Gegenstände verwendet.
Die «Feria Hecho en La Alpujarra» findet zeitgleich mit der Semana Santa statt. Zu dieser Feria gehören Vorführworkshops zu Keramik, Eisen- und Tonskulptur, Flechtarbeiten sowie zur Herstellung von Jarapas.
Die Werkstatt und die Feria zeigen Handwerk in zwei Formen: In der Alfarería Cacheriche wird der Brennofen weiterhin für keramische Gegenstände verwendet, während die Feria mehrere Techniken in Vorführworkshops zusammenführt.
Zu den in der Alpujarra überlieferten traditionellen Gerichten gehören «Sopas de Pan y Maíz», «Pimentón de Bacalao» und «Torta de Higos Secos».
Weitere Orte derselben Ebene sind: Escoznar, Víznar, Soportújar, Huéneja, Ítrabo, Bérchules, Melegís, Lobras
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