Melegís zwischen Orangenhainen und Kultur
Kirche, Aussicht und Landschaft in Melegís
Melegís liegt am linken Ufer des Río Torrente und inmitten von Orangen- und Zitronenhainen. Wer Melegís als Urlaubsort auswählt, kann seine Besonderheiten deshalb über konkrete Kulturstätten, Aussichtspunkte und regionale Traditionen kennenlernen, statt den Ort nur als Ausgangspunkt für andere Ziele zu betrachten.
Ein bedeutendes Bauwerk ist die Iglesia Parroquial de San Juan Evangelista. Sie ist als Bien de Interés Cultural in der Kategorie Monument geschützt. Errichtet wurde die Kirche im Jahr 1560; ihre Gestaltung verbindet Renaissance- und Mudéjar-Stilelemente. Auch die erhaltene Dachkonstruktion gehört zu ihrer Geschichte: Sie stammt aus dem Jahr 1599 und wurde von dem Zimmermann Alonso López Zamudio angefertigt. An diesem Bau lassen sich somit mehrere historische Ebenen miteinander verbinden – von der Entstehungszeit der Kirche bis zu einem späteren, erhaltenen Teil ihrer Konstruktion.
Eine andere Perspektive auf Melegís bietet der Mirador de las Alvirillas. Er blickt auf den Béznar-Stausee sowie auf die Orte Restábal und Pinos del Valle. Zugleich beherbergt der Mirador Skulpturen der Künstlerin Elena Vicente. Die Werke erinnern an Auswanderer, die ihre Heimat verlassen haben, und geben dem Aussichtspunkt neben dem Blick über die Landschaft eine kulturgeschichtliche Dimension.
Von der Loma del Cementerio aus bietet sich ein Panorama auf die Dörfer im unteren Teil des Valle de Lecrín und auf den gesamten Béznar-Stausee. Dieser Blick richtet sich damit nicht nur auf ein einzelnes Gewässer, sondern auf einen größeren Ausschnitt des Tals. Für die Orientierung in der Landschaft sind sowohl die Dörfer als auch die Ausdehnung des Stausees wichtige Bezugspunkte.
Auch die Verbindung von Wasser und Wegen gehört zum Ortsbild. Das Ufer des Béznar-Stausees und der Zusammenfluss mit dem Río Torrente sind über Wege erreichbar. Unterhalb des Friedhofs liegt außerdem die Thermalquelle El Baño, etwa 2 Kilometer von Melegís entfernt. Diese Ziele stehen für unterschiedliche Landschaftsbezüge: Hier geht es um das Ufer und den Zusammenfluss, dort um eine Quelle in der Nähe des Ortes. Die ungefähre Entfernung der Thermalquelle bleibt dabei eine wichtige Orientierung für die Einordnung des Ziels.
Eine regionale Spezialität ist Remojón. Im Valle de Lecrín, darunter in Melegís, ist die Zubereitung dieses Salats üblich. Er besteht aus Orange, Zwiebel, Oliven, gebratenem Kabeljau und getrockneten Tomatenstücken. Traditionell wurde Remojón im Winter zubereitet. Beim im März stattfindenden Fest Fiesta de la Naranja in Melegís ist Remojón das Hauptgericht; zubereitet wird es von Frauen aus dem Ort gemeinsam mit den Organisatoren des Festes. So verbindet das Fest die im Ort und im Tal verbreitete Speise mit einer Veranstaltung, die den Bezug zur Zitruslandschaft bereits im Namen trägt.
Ein weiterer fester Termin im Jahreslauf ist die Feria del Cítrico. Sie findet in Melegís jährlich in der Woche vor der Semana Santa statt. Wer den Ort über seine Feste und kulinarischen Traditionen betrachtet, begegnet damit sowohl dem Remojón als auch den Zitrusfrüchten als wiederkehrenden Themen des lokalen Lebens.
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