Cájar: Seide, Geschichte und Sierra Nevada
Cájar liegt im mittleren Teil der Vega de Granada am Fuß der Sierra Nevada. Die A-4028 verbindet Cájar mit der Stadt Granada und ist über die Ronda Sur, Ausfahrt 2, erreichbar. Die Ronda Sur verbindet direkt mit der Sierra Nevada und mit der Umgehungsstraße GR-30.
Landschaft und Wege
Die Grünen Korridore in der Südzone Granadas verlaufen durch Cájar. Das Netz ermöglicht vor allem zu Fuß oder mit dem Mountainbike den Zugang zur Sierra. Wanderer, Radfahrer, Reiter und Vieh sind dem Korridornetz als Nutzergruppen zugeordnet.
Geschichte
Das Centro de Interpretación de la Seda thematisiert die Präsenz der Seide in Cáxar anhand des Libro del Censo de la seda aus dem 18. Jahrhundert. Nach vorheriger Reservierung bietet das Zentrum 40-minütige, geführte Einzel- und Gruppenbesichtigungen an. Für die Besichtigung ist die vorherige Reservierung einzuplanen; das Angebot ist auf 40 Minuten sowie auf Einzel- und Gruppenformate festgelegt.
Der arabische Name wird mit „Ort, an dem viel Seide gezüchtet wurde“ erklärt. Qüiyar gilt als ein im Nasridenzeitalter errichtetes großes Landhaus für einen arabischen Adligen. In dieser Zeit gab es in Cájar etwa 400 Maulbeerbäume.
Am Torreón del Lunes liegen die Überreste einer alten andalusischen Mühle in der Vega de Granada; sie werden in die Nasridenzeit vom 14. bis zum 15. Jahrhundert datiert.
Kultur und Bauten
Die Pfarrkirche Nuestra Señora de los Dolores wurde 1785 erbaut. Sie ist neoklassizistisch gestaltet, mit schlichten Formen und solidem Mauerwerk. Früher war die Kirche dem Mysterium der Encarnación geweiht; heute ist sie Nuestra Señora de los Dolores gewidmet.
Die Galería Tabourot ist Enrique Tabourot gewidmet. Sie bietet Wechselausstellungen, Studientage, Workshops für Seidenmalerei an Schulen, Vorträge, Konzerte und Veranstaltungen im kleinen Format.
Feste
Bei der Fiesta de la Cruz stellt die Gemeinde eine traditionelle Cruz de Mayo mit roten Nelken auf; außerdem finden dort populäre und traditionelle Tänze statt. Angeboten werden grüne Bohnen aus der Vega de Cájar, Jayuyas beziehungsweise Salaillas aus den Bäckereien der Gemeinde sowie gesalzener Kabeljau.
Die Fiestas Patronales von Cájar werden seit dem 18. Jahrhundert gefeiert. Zu ihrem Programm gehören musikalische, sportliche, gastronomische und religiöse Aktivitäten. Bei einer nächtlichen Prozession tragen Kinder und Jugendliche ausgehöhlte, mit Kerzen versehene Melonenlaternen durch die Straßen von Cájar; in die Schalen werden meist Sonne und Mond geschnitzt. Eine historische Prozession nimmt auf die maurische Vergangenheit Cájars Bezug. Das Festgeschehen verbindet damit unterschiedliche Veranstaltungsformen, von Musik und Sport bis zu Gastronomie und religiösen Bräuchen.
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