Renau: Kirchen, Feste und ausgeschilderte Wege
Kultur und Geschichte
Renau verbindet römische Spuren, die Entstehungszeit während der Reconquista und eine vielseitige kirchliche Bau- und Festkultur. Im Gemeindegebiet wurden zahlreiche Überreste römischer Villen gefunden. Die Ursprünge von Renau werden in die Mitte des 12. Jahrhunderts während der Reconquista eingeordnet, die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1161. Archäologische Überreste, die schriftlich belegte mittelalterliche Anfangszeit und Bauten aus späteren Jahrhunderten stehen so als konkrete historische Bezugspunkte nebeneinander.
Zu den sakralen Bauwerken gehört die Ermita de la Mare de Déu del Loreto, die Ende des 17. Jahrhunderts erbaut wurde. Im Jahr 1930 dekorierte und renovierte der Architekt Josep M. Jujol die Ermita. Die Pfarrkirche Santa Llúcia wurde 1769 erbaut und enthält eine gotische Schnitzfigur der Mare de Déu del Loreto aus dem 16. Jahrhundert. Baugeschichte, architektonische Überarbeitung und religiöse Kunst begegnen sich damit an zwei wichtigen Orten in Renau.
Zur Ortsgeschichte gehört außerdem das ehemalige Castell de Renau. Seine Überreste wurden 1876 abgetragen, um den Kirchenplatz anzulegen. Der Begriff „Castell“ ist in Renau eher im Sinne eines Herrenhauses als einer feudalen Burg zu verstehen. Die historische Bedeutung des Namens liegt hier somit in der früheren Ortsgestalt und nicht in der Beschreibung einer erhaltenen feudalen Festungsanlage.
Feste und religiöse Traditionen
Im Jahreslauf prägen zwei Feste den religiösen Kalender von Renau. Die Festa Major d'estiu von Renau ist ein Votivfest zu Ehren der Schutzpatronin Santa Llúcia und findet am dritten Sonntag im Juli statt. Die Festa Major d'hivern von Renau wird am 10. Dezember oder am nächstgelegenen Sonntag zu Ehren der Verge del Loreto gefeiert. Sommer- und Winterfest gehören damit zu unterschiedlichen Terminen und sind jeweils einer eigenen Schutzpatronin beziehungsweise religiösen Verehrung zugeordnet.
Wege rund um Renau
Mehrere Wege verbinden Renau mit der ländlichen Umgebung und mit überregionalen Routen. Die Ruta dels Masos ist ein ausgeschilderter Weg des Consell Comarcal del Tarragonès, der verschiedene Bauernhäuser im Umfeld von Renau und Vilabella miteinander verbindet. Der GR 172 führt durch das Gemeindegebiet von Renau und bringt Wandernde von Renau zum Zisterzienserkloster Santes Creus. Außerdem liegt Renau an der ersten Etappe des Camí de Sant Jaume. Bauernhäuser, ein Zisterzienserkloster und ein traditionsreicher Pilgerweg bilden dabei unterschiedliche konkrete Ziele und Wegbezüge.
Der Itinerari Saludable rund um Renau ist durchgehend ausgeschildert und verfügt entlang der gesamten Strecke über Informationstafeln. Der Itinerari Saludable i Parc de salut a Renau kann zu Fuß oder mit dem Mountainbike absolviert werden; der Rückweg ist für Fahrräder teilweise recht schmal. Neben der Ermita de la Mare de Déu del Lloret befindet sich ein Parc de Salut, in dem verschiedene gesundheitsfördernde Gewohnheiten erklärt werden. Ausschilderung, Informationstafeln, Gehen, Mountainbike und der Parc de Salut gehören hier zu einem Wegangebot mit klar benannten Stationen und Bedingungen.
Weitere Reiseziele sind El Rourell, El Milà, Pratdip, Cabra Del Camp, Bellvei, Cornudella De Montsant, Marçà und El Pont D'armentera.
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