Ortigosa del Monte: Granitlandschaft, Geschichte und Wege

Ortigosa del Monte liegt am Fuß der segovianischen Seite der Sierra de Guadarrama. Zugleich liegt der Ort am Fuß der Cañada Soriana Occidental, eines historischen Viehtriebswegs, der zur Entwicklung des Ortes beitrug. Im weiteren regionalen Umfeld der Etappe Otero de Herreros–Embalse del Pontón Alto des Camino Natural de la Cañada Real Soriana Occidental können Reisende Ortigosa del Monte und La Losa von der Route aus sehen.

Granitlandschaft und historische Spuren

Ein markantes Naturthema ist Los bolos gigantes, ein geologischer Lehrpfad durch eine Granitlandschaft. Auf dem Weg wird die Entstehung der Granitformationen erklärt; außerdem führt er an früheren Steinbrüchen vorbei. In der Provinz Segovia gehört Peña Campanario zu den markanten Granitformationen unter den großen Granitblöcken.

Auch El Berrocal verbindet Landschaft und Geschichte. Die Stätte ist als archäologische Fundstätte eingestuft und war der wichtigste Steinlieferant für den Bau des Acueducto de Segovia. Am nordwestlichen Ende der archäologischen Fundstätte befindet sich ein alter Kupferbergbauschacht. Beide Spuren verweisen auf die Nutzung des Gesteins und der Bodenschätze, ohne dass dafür ein dichtes Museumsprogramm nötig wäre.

Kirche, Wollwirtschaft und Ortsleben

In Ortigosa del Monte bewahrt die Iglesia de San Julián mehrere unterschiedliche Zeitschichten. Zur Ausstattung gehören eine gotische Steinkanzel und ein von Francisco Sancho geschaffenes Hauptretabel aus dem frühen 17. Jahrhundert. In der Apsis befindet sich außerdem ein schmales, unverziertes Schlitzfenster. Die Kirche bewahrt ein romanisches Relikt; zugleich prägt die im 16. Jahrhundert erfolgte Umgestaltung das heutige Gebäude maßgeblich.

Die Casa del Esquileo steht für die historische Wollwirtschaft der Gegend. Im 18. Jahrhundert war sie ein Schurhof und eine Wollwäscherei mit einem großen, mit einem Familienwappen versehenen Portal. Zu ihr gehörten Viehpferche, Lager- und Arbeitsräume, ein Oratorium, Wohnräume für die Besitzer und ein Platz zum Trocknen der Wolle. Ergänzend finden im Centro Cultural Elena Fortún kulturelle Aktivitäten wie Theater, Konzerte und Kurse statt. Die Patronatsfeste zu Ehren von Nuestra Señora del Rosario finden Mitte August statt.

Wege zwischen Ortigosa del Monte und La Losa

Für eine aktive Erkundung verbindet die Route über den Camino de la Mora Ortigosa del Monte und La Losa. Sie bietet Varianten von 3,5 km und 6 km und ist für alle Besucher geeignet. Entlang des Weges wachsen Steineichen, Eschen und Korkeichen; der Camino de la Mora gilt außerdem als guter Beobachtungspunkt für Vögel.

Der Sendero Ortigosa del Monte–La Losa überquert den Río Milanillos auf einer Holzbrücke. Zusammen mit dem geologischen Lehrpfad entsteht so ein Wechsel zwischen Granitformationen, früheren Abbauorten, Waldabschnitten und dem Verlauf des Flusses. Die Wege machen dabei unterschiedliche Seiten des Ortes sichtbar: geologische Formen, historische Nutzung und eine Landschaft, in der Naturbeobachtung ausdrücklich dazugehört.

Anreise mit Bahn und Bus

Eine Überlandbuslinie verbindet Otero de Herreros, Ortigosa del Monte, La Losa, Navas de Riofrío, Revenga, den AVE-Bahnhof Segovia Guiomar und Segovia in beide Richtungen. Der Bahnhof von Ortigosa del Monte befindet sich an der Avenida Estación Ferrocarril, s/n, 40421 Ortigosa del Monte, Segovia. Damit gehören sowohl der Ort selbst als auch Segovia und die genannten Stationen zum beschriebenen Verkehrsnetz.

Weitere Orte

Brieva, Fresno De Cantespino, Los Cortos, Prádena, Gallegos, Navas De Oro, Pelayos del Arroyo und Castroserna De Arriba

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Segovia.

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