Borrenes und Las Médulas: Bergbaugeschichte, Pilgerweg und Landschaft

Las Médulas als kultureller Schwerpunkt

Borrenes und Las Médulas verbinden Bergbaugeschichte, Landschaft und Pilgertradition. Las Médulas ist die wichtigste touristische Attraktion der Gemeinde Borrenes. Das römische Goldabbaugebiet wurde ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. mithilfe von Wasserkraft ausgebeutet und im Dezember 1997 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die Archäologische Zone umfasst mehr als 2.000 Hektar mit Bergwerken, Abraumhalden, Staubecken und Kanälen. Der Archäologische Park erstreckt sich über Borrenes, Carucedo und Puente de Domingo Flórez.

Zur Abgrenzung des archäologischen Kulturguts von Las Médulas gehören im Gemeindegebiet von Borrenes El Castro o La Corona del Cerco de Borrenes und das Castrelín de San Juan de Paluezas. Das Castrelín ist eine asturische Wallburg auf einem Vorsprung über dem Fluss Sil, mit Blick auf die Flussaue und weiter Aussicht über El Bierzo; es gehört zu den fünf von der Gemeinde Borrenes für Besuche in Las Médulas hervorgehobenen Orten.

Archäologie und Aussicht

Das Castro de Borrenes gehört zur letzten Phase der Unabhängigkeit der örtlichen Bevölkerung gegenüber der römischen Herrschaft; besonders hervorzuheben ist seine eindrucksvolle Mauer. Das Castro de Borrenes steht in der überlieferten Deutung dafür, dass die Ankunft der Römer für die einheimische Bevölkerung kein friedliches Ereignis war. Das Asentamiento Metalúrgico de Orellán wurde unter römischer Herrschaft gegründet und von Einheimischen bewohnt, die in den Bergwerken arbeiteten; auch dieses gehört zu den fünf hervorgehobenen Orten.

Der Mirador de Las Médulas liegt in Orellán und bietet einen Panoramablick auf die Schluchten und Felsspitzen von Las Médulas. Von dort führt ein Zugang zur Galería de Orellán, in der das Innere dieses römischen Ingenieurbauwerks besichtigt werden kann. Für Mountainbike-Touren eignet sich die etwa 11 Kilometer lange Senda Perimetral als Rundroute im Gebiet von Las Médulas.

Rundrouten und Pilgerweg

Die L1 Senda Perimetral ist eine 10,5 Kilometer lange Rundroute durch das Naturdenkmal Las Médulas, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad genutzt wird und die Gemeinden Borrenes, Carucedo und Puente de Domingo Flórez umfasst. Nach dem Aufstieg von Orellán führt sie zum Canal de Peña Escribida. Als Start wird Orellán empfohlen; weitere Zugänge gibt es bei der Casa del Parque de Carucedo.

Der Camino de Santiago de Invierno führt durch die Gemeinde Borrenes. Die 258 Kilometer lange Route umfasst neun Etappen zwischen Ponferrada und Santiago de Compostela. Am Eingang von Borrenes stand seit dem 16. Jahrhundert das Pilgerhospital Casa Hospital de Peregrinos, das Ende des 18. Jahrhunderts aufgegeben wurde. Um 1580 gründete es die Merindad de Cornatelo, um Pilger auf dem Weg nach Santiago zu betreuen.

Lokale Kultur und regionale Geschichte

Das Aula del Castaño befindet sich im Gebäude der ehemaligen Schule von Borrenes und ist ein thematisches Zentrum zur Geschichte der Kastanie und ihrer Verbreitung in der Comarca El Bierzo. Ihre Früchte spielten in El Bierzo und im Umfeld historisch eine Rolle in Ernährung und Handel. In Borrenes werden im Januar Feste zu Ehren von San Vicente, am ersten Sonntag nach Ostern zu Ehren der Virgen de la Vega und im Juni zu Ehren von San Antonio gefeiert; unter den Einwohnern wird Galicisch regelmäßig verwendet.

Eine landschaftlich besonders eindrucksvolle Route führt von Ponferrada über den Camino de Invierno nach Santiago, über Priaranza und die Burg Cornatel, steigt in Richtung Borrenes ab und führt schließlich nach Las Médulas.

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