Lagartera: Calvario, Museum und textile Kultur

Textile Tradition und Lagarteras Festkultur

Lagartera fällt durch eine Kultur auf, die sich in Stoffen, Stickereien und Trachten ausdrückt. Der Ort ist für seine reiche Tradition handgefertigter Stickereien bekannt; bereits im 17. Jahrhundert fertigten Frauen sie für Haushaltswäsche und Trachten an. Die textilen Arbeiten von Lagartera sind seit dem 16. Jahrhundert urkundlich belegt. Zu den „Labores de Lagartera“ gehören Trachten und andere textile Erzeugnisse, die als Bien de Interés Cultural in der Kategorie des immateriellen Kulturerbes geschützt sind. Bis heute wird die traditionelle Textilkunst bei bestimmten familiären, religiösen oder institutionellen Festen gezeigt. Die textile Prägung zeigt sich in Lagartera damit nicht nur als historische Überlieferung, sondern auch in konkreten Kleidungs- und Handarbeitsformen.

Das Museo Municipal Marcial Moreno Pascual

Das Museo Municipal Marcial Moreno Pascual befindet sich in einem Bauernhaus vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Dessen ursprüngliche Struktur ist mit Ausnahme des Obergeschosses erhalten. Im Erdgeschoss umfasst das Museum eine Sammlung von Keramik und Kupfer aus dem 16. bis 20. Jahrhundert. Im ersten Obergeschoss ist dauerhaft das kostumbristische Werk von Marcial Moreno Pascual ausgestellt. Im selben Haus stehen damit verschiedene kulturelle Facetten Lagarteras auf zwei Ebenen nebeneinander.

Corpus Christi zwischen Balkonen und Textilien

Das Corpus Christi von Lagartera ist als Fest von regionalem touristischem Interesse anerkannt. Während der Feier zieht die Monstranz zwischen geschmückten Balkonen und durch Bereiche, die mit jahrhundertealten Textilien dekoriert sind, durch den Ort. Die Einwohner tragen dabei traditionelle Trachten aus Lagartera. Die textile Gestaltung ist nicht auf dieses Fest begrenzt: Sie wird bis heute auch bei bestimmten familiären, religiösen oder institutionellen Festen gezeigt. Dadurch erscheint die örtliche Festkultur in einer Verbindung aus religiösem Brauch, Kleidung und sichtbarer Gestaltung des Ortes.

El Calvario: Naturgebiet und Kreuzweg

El Calvario ist ein Naturgebiet südlich des Gemeindegebiets von Lagartera. Der Kreuzweg von El Calvario beginnt am Ortsrand und führt über vierzehn steinerne Stationen in ansteigender, gewundener Folge bis auf den Gipfel des Hügels. Während der Fastenzeit steigen Frauen aus Lagartera traditionell jeden Tag zu verschiedenen Zeiten zum Calvario hinauf, um dort beim „hacer las cruces“ zu meditieren und Andacht zu halten. Der Weg verbindet so eine Folge steinerner Stationen mit einer bis heute überlieferten religiösen Praxis.

Puente Grande und Puente Grande de Toledillo

Der Puente Grande ersetzte im 16. Jahrhundert eine frühere Brücke durch einen größeren Bau. Beim Puente Grande de Toledillo nennt eine Inschrift das Jahr 1578 als Entstehungsjahr. Beide Bauwerke gehören damit zu den historischen Bezugspunkten, die sich in der Ortsgeschichte neben Museum, Festen und religiösen Orten finden.

Die Ermita de los Santos Mártires

Die Ermita de los Santos Mártires hat einen rechteckigen Grundriss, ein einschiffiges Langhaus und eine achteckige Apsis. In dieser Ermita wird am 20. Januar das Fest der Santos Mártires gefeiert. Architektur und Festkalender treffen hier in einem konkreten religiösen Ort zusammen.

Als weitere Reiseziele können Sie Villarrubia De Santiago, Casasbuenas, Santa Olalla, Lillo, Calera Y Chozas, El Puente Del Arzobispo, Segurilla sowie Castillo De Bayuela öffnen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Toledo.

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