Villarrubia de Santiago: Quellenroute, Tajo-Landschaft und Kultur

Landschaft zwischen Ebene und Tajo

Villarrubia de Santiago liegt in der Mesa de Ocaña im Norden der Provinz Toledo. Die Landschaft ist von sanften, landwirtschaftlich geprägten Ebenen und Weinbergen bestimmt. In der näheren Umgebung nördlich von Villarrubia de Santiago bilden sich im Lauf des Tajo geschwungene Mäander. Durch Erosion entstehen Erosionsrinnen, große Schluchten, weiße Felsrücken und eine karge, nahezu mondähnliche Landschaft. Die Lage in der Mesa de Ocaña verbindet offene Agrarflächen mit den stärker eingeschnittenen Formen am Flusslauf.

Rundweg und Quellen

Der Rundwanderweg PR-TO 33 „Paseo por las Fuentes“ ist als betriebsbereit ausgewiesen. Er ist 8,34 km lang, leicht und als Rundweg angelegt. Als geeignete Jahreszeiten gelten Frühling, Herbst und Winter. Die weißen und gelben Markierungen des provinzialen Wanderwegenetzes von Toledo kennzeichnen den Weg; bei ruhigem Tempo dauert er etwa drei Stunden. Auf der Quellenroute wechseln trockene, weißliche Landschaften mit Erosionsrinnen und Schluchten zu einer grüneren Umgebung in der Nähe des Flusses. Entlang der Strecke lassen sich unter anderem Kaninchen und Rothühner beobachten.

Die Fuente Vieja stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde historisch als Viehtränke, öffentliches Waschhaus und zur Trinkwasserversorgung der Bevölkerung genutzt. Die Fuente Nueva stammt ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert und wurde historisch für dieselben drei Zwecke genutzt.

Kirche, Haus und unterirdische Spuren

Die Iglesia Parroquial de San Bartolomé ist eine Kirche im Herrerastil aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Ihr markanter Turm ist in fünf Abschnitte gegliedert. Zur Ausstattung gehört ein fünfeckiger Hauptaltaraufsatz aus Holz, der vergoldet und mit Gold verziert ist. Die Casa de Lara ist ein modernistisches Haus mit Erkern aus Schmiedeeisen und Glas, die mit fächerförmigen Ornamenten abgeschlossen sind.

An der Plaza de la Libertad befindet sich die Cueva de la Yedra. Ein schmaler Gang führt zu einer kreisrunden Kammer mit neun dekorativen Säulen. Die Höhle soll zu einem Netz von Galerien unter Villarrubia de Santiago gehören. In der näheren Umgebung von Villarrubia de Santiago, 5 km vom Ort entfernt, steht auf einem Felsmassiv am Tajo die Ermita de la Virgen del Castellar. Der Überlieferung zufolge wurde sie im 19. Jahrhundert aus den Überresten der Burg Tormón errichtet. Ebenfalls in der näheren Umgebung, 1,5 km westlich des Ortes, liegt die archäologische Fundstätte Hoyo de la Serna.

Feste und lokale Überlieferungen

Die jährlich stattfindenden Feierlichkeiten zu Ehren der Virgen del Castellar umfassen Prozessionen, traditionelle Encierros, Konzerte und Verbenas. Dazu kommen eine Blumen- und Lebensmittelgabe an die Virgen del Castellar sowie eine Romería, bei der das Bildnis zu ihrem Heiligtum zurückgebracht wird. Eine lokale Überlieferung besagt außerdem, dass Santa Teresa de Jesús während einer ihrer Gründungsreisen in Villarrubia de Santiago ein Gepäckstück zurückließ.

Weitere Ortsseiten: Pepino, San Román De Los Montes, Castillo De Bayuela, Argés, Calera Y Chozas, Valdeverdeja, Mora und Robledo Del Buey.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Toledo.

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