Castillo de Bayuela: Geschichte und Sierra de San Vicente
Geschichte und Kultur
Castillo de Bayuela verbindet am Cerro del Castillo mehrere Epochen auf engem Raum. Erhalten sind Reste einer ursprünglich vettonischen Mauer, die im Mittelalter erneuert wurde. Dadurch stehen auf dem Hügel vorrömische und mittelalterliche Spuren unmittelbar nebeneinander. Auf der Esplanade liegen außerdem Felsaltäre aus der Bronzezeit. Die Iglesia Parroquial de San Andrés Apóstol ist eine gotisch-renaissancezeitliche Kirche. Nach einem Brand im Jahr 1924 wurde sie wiederaufgebaut; 1934 schuf der Keramiker Juan Ruiz de Luna dort ein Retabel und eine Kanzel aus Talavera-Keramik.
Zu den ältesten Zeugnissen gehören die Verracos de Castillo de Bayuela. Die drei zoomorphen Skulpturen aus der vorrömischen Vettonenkultur stellen einen Stier, einen Verraco und eine Sau dar und sind mehr als 2.000 Jahre alt. Ihre Formen verweisen auf die lange Geschichte des Ortes, ohne die einzelnen Epochen zu vermischen. Die Ermita de Nuestra Señora del Castillo wurde auf den Überresten eines ehemaligen muslimischen Wachturms errichtet. So stehen prähistorische, vorrömische, mittelalterliche und neuere Spuren in einem gemeinsamen historischen Zusammenhang.
Auf der Plaza Mayor befindet sich der Rollo, ein spätgotisches Monument mit den Wappen der Mendoza. Das Bauwerk stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde im 19. Jahrhundert restauriert. Von der Torre del Castillo de Bayuela öffnen sich Ausblicke auf die Sierra de San Vicente und den Ortskern von Castillo de Bayuela. Für Kulturinteressierte liegen damit sakrale Kunst, Skulpturen, Befestigungsspuren und historische Ortsansichten in unterschiedlichen Formen vor. Der Rundgang durch diese Zeugnisse reicht vom Cerro del Castillo bis in den Ortskern.
Natur und Wege
Das Centro de Interpretación de la Naturaleza y Patrimonio Histórico de la Sierra de San Vicente befindet sich in Castillo de Bayuela, Calle Deportivo 3, neben der Schule. Die Sierra de San Vicente umfasst frische Wälder, von Bächen durchzogene Granitfelsen und eine artenreiche Natur, die zum Gehen, Zuhören und Beobachten einlädt. Die Sierra de San Vicente bietet Möglichkeiten zum Wandern, zur Naturfotografie und für leichte Routen. Landschaft und Ortsgeschichte liegen damit in zwei klar unterscheidbaren Schwerpunkten.
Die Senda de Viriato ist 141 Kilometer lang und in 19 Etappen unterteilt. Eine Route durch die Sierra de San Vicente führt nach Castillo de Bayuela; der Fernwanderweg verbindet die Orte der Gegend miteinander. Die Länge und Etappengliederung machen den Weg sowohl als Gesamtstrecke als auch abschnittsweise beschreibbar. Der Bezug zu Castillo de Bayuela ergibt sich aus der Route durch die Sierra und aus der Verbindung der Orte auf dem Fernwanderweg.
Feste
Bei der Fiesta del Chorizo Gordo am Sonntag vor Aschermittwoch rösten die Einwohner von Castillo de Bayuela Chorizos im Freien; außerdem findet ein solidarisches Sportereignis statt. Die Fiestas de San Andrés tragen auch den Namen Las Luminarias. Am 29. und 30. November werden große Feuer auf den Straßen des Ortes entzündet. Die beiden Festtraditionen ergänzen die historischen Zeugnisse um benannte Bräuche und wiederkehrende Ortsereignisse.
Weitere Orte im selben übergeordneten Zusammenhang sind Quismondo, Cobisa, Almendral de la Cañada, Los Navalmorales, Valdeverdeja, Ajofrín, Hontanar und Villafranca De Los Caballeros.
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