Villamayor de Calatrava: Vulkanlandschaft, Feste und Kultur
Villamayor de Calatrava verbindet überlieferte Feste mit vulkanischen Landschaftsformen, Feuchtgebieten, historischen Spuren und Wegen durch die Sierras. Naturbeobachtung, regionale Bräuche und Zeugnisse verschiedener Epochen gehören hier zu den prägenden Themen.
Weitere Orte: Calzada De Calatrava, La Alameda De Cervera, Villanueva De Los Infantes, Almadén, Navas De Estena, Horcajo De Los Montes, Puerto Lápice, Membrilla.
Natur und Vulkanlandschaft
Der vulkanische Lagunenkomplex von Villamayor de Calatrava umfasst in niederschlagsreichen Zeiten etwa zehn Feuchtgebiete und eignet sich ganzjährig zur Vogelbeobachtung. In den flachen Lagunen lassen sich häufig Kolonien von Flamingos beobachten. Außerdem kommen Watvögel, Enten- und Gänsevögel, Reiher, Weihen, der Spanische Kaiseradler, der Mönchsgeier, Falken und Eulen vor.
Der Gipfel des Morrón de Villamayor, bekannt als „el Morrón“, erreicht 773 m und ragt etwa 30 m über das umliegende Relief hinaus. Der Morrón de Villamayor ist gut erhalten; seine abgerundete Form, die steilen Wände und die Front des Lavastroms sind deutlich sichtbar und veranschaulichen die ursprünglichen Vulkane des Campo de Calatrava.
Wandern und Radfahren
Die durch Villamayor de Calatrava verlaufenden Cañadas, Cordeles, Veredas und Wege eignen sich zum Wandern und Radfahren, um die Landschaften sowie die Flora und Fauna des Ortes zu entdecken.
Beim Trekking in den nördlichen Sierras führt der Weg durch mediterrane Vegetation. Von den Gipfeln bieten sich beeindruckende Ausblicke auf die Ebenen in Richtung Argamasilla und Almodóvar.
Die Geoparkroute „El Minero“ führt vom Morrón de Villamayor zum Aussichtspunkt am Denkmal für den Bergmann in Puertollano und weist keinen nennenswerten Höhenunterschied auf.
Kultur und Geschichte
Durch Villamayor de Calatrava verlief eine gepflasterte Römerstraße, die Toledo und Córdoba verband und vom Puerto de Caracuel zum Puerto de la Viñuela führte. Von dieser Straße sind Reste erhalten.
Zu den Brücken über den Río Tirteafuera gehören eine Brücke aus dem 15. Jahrhundert mit drei Bögen und halbkreisförmigen Ziegelbögen sowie eine nahegelegene Brücke aus dem 16. Jahrhundert mit zehn Bögen.
Das Lavadero de El Villarejo ist ein polygonaler Bau um einen Brunnen und bewahrt den früheren Waschplatz der Dorfbewohner.
Eine Grabstätte aus der Bronzezeit und drei Grabstätten aus westgotischer Zeit belegen eine Besiedlung vor der Gründung. Ihre Überreste befinden sich im Provinzmuseum von Ciudad Real.
Die Casa de los Caballeros de Calatrava war früher die Residenz von Komturen und ist heute ein lokales Museum. Dort werden Dokumente, Werkzeuge und historische Objekte über das ländliche und bergbauliche Leben aufbewahrt.
Feste und überlieferte Bräuche
Villamayor de Calatrava feiert jedes Jahr vom 30. April bis zum 2. Mai die Fiestas de Mayo und die Romería zu Ehren der Virgen del Rosario. Wegen ihres künstlerischen und kulturellen Werts wurde die Tradition am 20. Dezember 2013 als von regionalem touristischem Interesse erklärt.
Der Canto de los Mayos wird in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai dargebracht und ist in Villamayor de Calatrava mindestens seit dem 18. Jahrhundert dokumentiert.
Die Romería de San Isidro findet am 15. Mai im Gebiet El Villarejo statt, etwa 3 km vom Ort entfernt. Der Heilige wird zur Kapelle getragen; anschließend gibt es eine Messe und gemeinschaftliche Mahlzeiten. Während der Romería im Mai legen die Teilnehmenden auf der Finca La Cruz eine Pause ein, um traditionelle migas aus La Mancha zu kosten.
Bei der Romería von Villamayor nach Tirteafuera wird die Virgen del Rosario zu Fuß getragen. Am Río Tirteafuera findet ein überlieferter Begegnungsmoment zwischen der Virgen und San José statt.
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