Arafo: Vulkanlandschaft, Kultur und Weinbau

File:Calle la Libertad, Arafo, Tenerife, Spain 02.jpg File:Calle la Libertad, Arafo, Tenerife, Spain 02.jpg Foto: Michal Klajban via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Arafo verbindet jüngere Vulkanlandschaften mit historischer Ortskultur. Das Paisaje Protegido de Las Siete Lomas ist eine teilweise in Arafo gelegene geschützte Agrarlandschaft, die durch jüngere Lavaströme des Vulkans von Arafo geformt wurde. Auf dem Gebiet von Arafo ereignete sich 1705 der historische Ausbruch des Vulkans Las Arenas an der Südflanke der Caldera de Pedro Gil auf etwa 1.525 Metern Höhe.

Natur und Landschaft

Im Paisaje Protegido de Las Siete Lomas liegen Felsbereiche und Schluchtläufe, in denen bedrohte Arten wie die Vicácara vorkommen. Das Naturgebiet Barranco de Añavingo umfasst 35 Hektar ausgewiesenen Naturinteresses und beherbergt einheimische Pflanzen wie Vicácara, wilden Thymian und Kanarische Kiefern. Der Mirador de Chimague liegt an der Grenze des Parque Natural de la Corona Forestal, gehört zum Inselnetz der Aussichtspunkte und bietet bei klarer Sicht Panoramablicke bis zum Parque Rural de Anaga und zur Insel Gran Canaria.

Der wichtigste Zugang zum geschützten Gebiet Las Siete Lomas ist die Straße TF-523. Sie verbindet Arafo mit der C-824 und durchquert den östlichen Bereich des Schutzgebiets auf etwa 7 Kilometern. Über die TF-1 führt die Anfahrt über die Ausfahrt ins Valle de Güímar und anschließend über gut ausgeschilderte Lokalstraßen. Mehrere TITSA-Buslinien verbinden Arafo mit anderen Gemeinden des Tals und mit Santa Cruz.

Kultur und Geschichte

Die Casona de la Esquina de los Carros wurde 2006 als Bien de Interés Cultural in der Kategorie Historische Stätte eingestuft. Das zweigeschossige Haus ist ein Beispiel für ländliche kanarische Architektur: Es besitzt ein vierseitig abgewalmtes, arabisch gedecktes Dach, einen Balkon und eine Außentreppe mit direktem Zugang zum Obergeschoss. In der Casona lebte Secundino Delgado.

Die Iglesia de San Juan Degollado entstand ursprünglich als nach 1676 errichtete Kapelle und wurde später durch mehrere Erweiterungen zur heutigen Kirche ausgebaut. Sie beherbergt vier Retabel, die dem Fegefeuer, dem heiligen Josef, Unserer Lieben Frau von den Schmerzen und der Unbefleckten Empfängnis gewidmet sind, sowie Gemälde und religiöse Bildwerke aus dem 18. Jahrhundert. Ebenfalls als Bien de Interés Cultural eingestuft ist das Alte Mühlen- und öffentliche Waschhaus-Ensemble von Arafo, eine ethnologische Stätte mit einem ausgeklügelten System der Wassernutzung.

Die Ruinas de Lo De Ramos sind eine 2008 als Bien de Interés Cultural eingestufte historische Stätte in den mittleren Lagen von Arafo auf 650 Metern Höhe. Sie zeugen von einer früheren landwirtschaftlichen und religiösen Augustiner-Siedlung, deren Anfänge in die ersten Jahre nach der Eroberung Teneriffas zurückreichen. Arafo verfügt außerdem über eine kontinuierliche Musiktradition, die seit dem 19. Jahrhundert gefestigt ist. Die Romería de San Agustín findet am Samstag vor dem letzten Sonntag im August statt; dabei ziehen Parrandas, Rondallas und von Ochsen gezogene Wagen durch die wichtigsten Straßen des Ortes.

Wege

Ein Weg entlang des Barranco de Añavingo führt zu historischen Mühlen, Aquädukten und Wassergalerien; der Zugang erfolgt üblicherweise über die Plaza de San Juan Degollado. Das historische Zentrum von Arafo lässt sich auf einem etwa 1,5-stündigen Rundgang erkunden, der am Señor del Pino beginnen und zum Auditorio Juan Carlos I sowie zum Rathaus führen kann.

Die Ruta de Los Peregrinos ist ein mittelschwerer Wanderweg. Sie beginnt an La Crucita und führt über den Vulkan Las Arenas und die Caldera de Pedro Gil nach Arafo. Für diese Route sind Varianten mit etwa 14,5 Kilometern und rund 6 Stunden beziehungsweise 12,5 Kilometern und rund 3 Stunden angegeben; der Zielpunkt ist Arafo.

Lokaler Charakter

Der Mercado del Agricultor de Arafo befindet sich an der Plaza de la Iglesia de San Juan Degollado. Im Rahmen landschaftlicher und kultureller Routen werden in Arafo geführte Besichtigungen von Bodegas angeboten. Im regionalen Kontext umfasst der Weinbau in den Gemeinden Arafo, Candelaria und Güímar rund 700 Hektar landwirtschaftliche Fläche.

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