Guinate: Natur, Geschichte und Wege über Lanzarote

Ein Ort mit eigenem Natur- und Kulturprofil

Guinate ist von ausgeprägter landwirtschaftlicher und pastoraler Tätigkeit geprägt. Diese Verbindung von Landschaft und überlieferten Lebensformen gehört ebenso zum Charakter des Ortes wie seine besondere Natur- und Kulturgeschichte. Wer Guinate als Reiseziel auswählt, findet daher ein Umfeld, das sich über konkrete Pflanzenvorkommen, historische Wege und eine außergewöhnliche paläontologische Fundstätte erschließt.

Seltene Pflanzen und begrenzte Lebensräume

Auch die Pflanzenwelt besitzt auf Lanzarote eine besondere Bedeutung. Helianthemum bramwelliorum und Helianthemum gonzalezferreri sind auf Lanzarote endemisch und als vom Aussterben bedroht eingestuft. Die Guinate- und Famara-Jarillas kommen an räumlich stark begrenzten Standorten vor, darunter am Risco de Guinate. Damit gehören sowohl endemische Pflanzen als auch eng begrenzte Naturstandorte zum sichtbaren Profil der Gegend. Die genannten Arten stehen dabei für eine Pflanzenwelt, deren Vorkommen eng mit einzelnen Bereichen Lanzarotes verbunden ist.

Paläontologie mit Inselbezug

Besonders eigenständig ist die paläontologische Fundstätte von Guinate. Sie ist die einzige bekannte Fundstätte auf den Kanarischen Inseln mit Überresten von Calonectris diomedea Cory. Zu den Funden zählen fossile Knochen und Eier von Gelbschnabelsturmtauchern, fossile Nester von Sandbienen sowie Überreste von Landschnecken der Familie Helicidae. Das Sediment der Fundstätte stammt aus dem letzten Interglazial, dem Beginn des oberen Pleistozäns, vor etwa 135.000 Jahren. Für Sie verbindet sich hier die Geschichte der Inselnatur mit einem sehr konkreten Blick in die geologische Vergangenheit.

Wege am Risco de Famara

Die Route zum Mirador de Guinate liegt in den Höhen des Risco de Famara. Von dieser Route aus lässt sich das Chinijo-Archipel sehen. Der Mirador de Guinate liegt im höchsten Bereich des Famara-Gebirgszugs und gibt dem Wandergebiet einen klaren landschaftlichen Bezug. Die Vereda de Guinate gehört zum Rundkurs der Haría Extreme. In der Vergangenheit wurde sie außerdem zur Kommunikation mit La Graciosa genutzt – ein historischer Zusammenhang, der dem Weg neben seiner heutigen Einordnung eine weitere Dimension gibt. Die frühere Nutzung zur Kommunikation mit La Graciosa verweist auf die historische Funktion dieser Vereda als Verbindungsweg.

Radroute und lokale Festkultur

Guinate ist ein interessanter Punkt auf der 31 Kilometer langen Fahrradroute Recorrido Haría. Die Angabe von 31 Kilometern liefert für die Planung einer Fahrradtour einen konkreten Rahmen. Einen anderen Akzent setzen die Patronatsfeste zu Ehren von Nuestra Señora de Lourdes, die Guinate in der ersten Februarhälfte feiert. Zu den Aktivitäten der Lourdes-Feierlichkeiten gehören traditionelle Inselspiele, Folklore und traditionelle Gastronomie. Bei den Festen stehen religiöse Termine neben Inselspielen, Folklore und Gastronomie. Der traditionelle Abschluss der Lourdes-Feierlichkeiten in Haría findet am Sonntag, dem 8. Februar, um 12:15 Uhr mit einer heiligen Messe und Prozession statt; um 13:30 Uhr folgt ein kanarisches Fest mit der Parranda La Aldaba.

Weitere Ortsseiten auf Lanzarote führen zu Charco Del Palo, Ye, Tabayesco, Mala, Orzola, Arrieta und Punta De Mujeres.

Zum regionalen Zusammenhang gehört auch Haria.

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