Alcorisa: Kultur, Feste und Landschaft im UNESCO-Geopark Maestrazgo
Unterkünfte in Alcorisa
Alcorisa verbindet kalkhaltige Bergzüge mit tonigen Becken. Alte Olivenhaine, Steinterrassen und Bauernhäuser prägen die Landschaft; zugleich gehört der Ort zum UNESCO-Geopark Maestrazgo. Naturraum, Geologie und gewachsene Ortsgeschichte stehen hier eng nebeneinander.
Kultur und Geschichte
Im Centro de Visitantes der Ruta Íberos en el Bajo Aragón erläutert die Ausstellung die Lehmarchitektur der iberischen Zeit, den Herstellungsprozess von Keramik und die Entwicklung der iberischen Keramik. Das Zentrum widmet sich außerdem iberischen Töpfereien und Keramiköfen. Die Siedlung Cabezo de la Guardia gehört zur Ruta Íberos en el Bajo Aragón und bewahrt iberische Überreste aus dem Zeitraum vom 5.–4. Jahrhundert v. Chr. bis zum 1. Jahrhundert n. sowie römische Überreste aus dem 3. Jahrhundert n.
Das Cabezo de la Guardia kann das ganze Jahr über kostenlos und ohne Einschränkung der Besuchszeit besichtigt werden. Von der N-211 in Richtung Alcañiz führt eine ausgeschilderte Abzweigung zu der Siedlung; Fahrzeuge können bis zu einem Parkplatz am Eingang gelangen.
Die Iglesia de Santa María la Mayor verbindet mehrere Bauphasen: Ihr Bau begann in den letzten Jahren des 14. Jahrhunderts, während der Turm und die Hauptfassade vermutlich erst im 17. Jahrhundert errichtet wurden. Die oberen, aus Ziegeln ausgeführten Bereiche des Turms zeigen Einflüsse beziehungsweise Nachwirkungen des Mudéjar-Stils. Am 5. Februar 2002 wurde die Kirche zum Bien de Interés Cultural erklärt.
Das Espacio Museos Alcorisa befindet sich in der Kirche San Sebastián und umfasst drei Zentren, die gemeinsam oder einzeln besucht werden können. Das Centro de Interpretación de la Semana Santa de Alcorisa erläutert die Semana Santa von Alcorisa, die als Fest von internationalem touristischem Interesse anerkannt ist. Das Museo de la Escuela bietet interaktive Ausstellungsstücke wie restaurierte Zweierschulpulte und originale Schulbücher. Im Museo de la Escuela Rural de Teruel vermitteln Objekte, Bilder und Töne mehrere Jahrzehnte der Geschichte der Schulen in der Provinz Teruel. Die Exposición de maquetas zeigt detaillierte Modelle der Fuente de los 3 chorros, des Calvario und der Iglesia de Santa María.
Feste und Traditionen
Die Rompida de la Hora findet jeden Gründonnerstag um 24 Uhr statt und ist als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt. El Calvario ist ein Kreuzweg mit vierzehn Stationen, die durch Peirones und Kapellen gekennzeichnet sind; entlang des Weges wachsen Wacholder, Thymian, Rosmarin und weitere einheimische Pflanzen. Die Romería „Subida al Calvario“ findet am 15. September als Prozession mit Straßenbannern, örtlichen Behörden, Riesenfiguren und Cabezudos sowie einer Gruppe von Dulzaineros statt.
Das Drama de la Cruz ist als Darstellung mit drei Schauplätzen und drei Teilen angelegt. Mehr als 300 Personen stellen dabei die letzten Tage im Leben Christi dar. Der mittlere Teil umfasst einen zwei Kilometer langen Aufstieg zum Monte Calvario.
Das Programm der Fiestas Patronales zu Ehren der Exaltación de la Santa Cruz und des Sepulcro Glorioso umfasst jedes Jahr einen Festumzug mit Wagen und gastronomische Wettbewerbe. Die Fiesta de la Villa umfasst einen historischen Markt mit zeitgenössischer Musik, Theater, Zwischenspielen, Schankstuben und Auftritten von Reenactment-Gruppen.
Das Monumento al Tambor befindet sich nahe der N-211 an der Ausfahrt von Alcorisa in Richtung Alcañiz. Zu dem Monument gehört eine Bronzefigur eines sehr jungen Trommlers, eines Kindes einer Bruderschaft, in traditioneller Kutte und mit dem gekräuselten Kapuzenkopfschmuck, der regional auch „Tercerol“ heißt.
Landschaft und Wege
Der Jardín de Rocas im Parque Valero Lecha stellt die geologische Geschichte von Alcorisa anhand von 14 erklärten Proben in stratigrafischer Reihenfolge dar. Der Garten kann kostenlos und ohne Führung besichtigt werden.
Der Sendero del Monte Calvario bleibt innerhalb von Alcorisa und führt über einen gepflasterten Weg zu einer auf dem Hügel gelegenen Eremitage und anschließend zu einem Aussichtspunkt. Der PR-TE 59 Sendero Berge–Torre Piquer–Alcorisa führt zum Aussichtspunkt Puntal de la Atalaya und anschließend bis in das Ortsgebiet von Alcorisa. Das Embalse de Gallipuén liegt etwa 2 Kilometer von Alcorisa entfernt. Die BTT TE/01 Ruta 6, Ruta del Guadalopillo, ist als Sendero Turístico de Aragón katalogisiert und inventarisiert.
Weitere Ziele auf derselben übergeordneten Ebene sind Valderrobres, Alfambra, Castellote, Camañas, Aguatón, Alloza, Villarroya De Los Pinares und Aguaviva.
Kulinarik
Fulladre ist ein typisches lokales Brötchen mit Tomate und Paprika. Zu den traditionellen Süßspeisen von Alcorisa gehören Misterios, Tortas de Alma, Cazuela de Reyes und Piedrecicas del Calvario.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Teruel.
