Gines: Kirchen, Keramikkunst und Rocío-Tradition
Unterkünfte in Gines
Gines zwischen Mudéjar, Barock und sevillanischer Kunst
In Gines stehen Baugeschichte, sakrale Kunst, Keramik und die Rocío-Tradition des Ortes nebeneinander. Ein wichtiger Anlaufpunkt ist die Parroquia de Nuestra Señora de Belén. Die spätmudéjarische Kirche stammt aus dem 16. Jahrhundert, wurde über einem älteren Bau errichtet und in der Renaissance im 17. Jahrhundert umgebaut. Schon diese Abfolge macht das Gotteshaus zu einem konkreten Ort, an dem sich mehrere historische Schichten von Gines ablesen lassen.
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Foto: Diego Delso via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Auch im Inneren setzt die Parroquia de Nuestra Señora de Belén eigene Schwerpunkte. Der Hauptaltar ist im Rokokostil gestaltet; im Mittelpunkt steht ein anonymes Bild von Nuestra Señora de Belén, das Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts entstand. In der Kirche befindet sich außerdem „La Ascensión de Cristo“, ein auf das Jahr 1725 datiertes Gemälde des sevillanischen Malers Domingo Martínez. Das Werk zählt dort zu den vielleicht herausragendsten Gemälden. Damit bietet die Kirche neben ihrer Architektur auch einen Blick auf unterschiedliche Formen religiöser Kunst.
Ein zweiter sakraler Ort in Gines ist die Ermita de Santa Rosalía. Sie wurde 1723 errichtet und zählt zu den emblematischsten und geschichtsträchtigsten Bauwerken des Ortes. Die Kapelle hat einen basilikalen Grundriss. Im Inneren besitzt sie einen Hauptaltar im Barockstil, in dessen Zentrum Santa Rosalía steht. Wer die beiden Bauwerke gedanklich miteinander verbindet, begegnet in Gines sowohl einer spätmudéjarischen Kirche mit Renaissance-Umbau als auch einer barocken Ermita aus dem 18. Jahrhundert.
Eine andere Seite des Ortes zeigt die Ruta de las Sevillanas de Gines. Sie gilt als eine Route, die 17 Sevillanas von Gines umfasst. Jede dieser Darstellungen befindet sich auf einer eigenen, handbemalten und kunsthandwerklich gefertigten Keramiktafel der Keramikerin María Ángeles Garrido Peña. Die Route ist in den Straßen Conde de Ofalia, Alcalde José Antonio Cabrera und Blas Infante zu sehen. So gehören zu den kulturellen Bezugspunkten von Gines nicht nur Kirchenräume, sondern auch Keramiktafeln im Straßenbild und die mit ihnen verbundenen Sevillanas.
Die Plaza de España wurde zusammen mit der Calle Real zur Fußgängerzone gemacht. Beide Namen gehören damit zur örtlichen Orientierung ebenso wie die Straßen der Sevillanas-Route. Einen besonderen Veranstaltungsschwerpunkt bildet „Una Pará en Gines“. Die touristische Messe von großer Bedeutung dreht sich um die Natur und die große Rocío-Tradition des Ortes. Sie dauert vier Tage und umfasst zahlreiche Aktivitäten für alle Zielgruppen. Wer Gines im Zusammenhang mit regionaler Kultur und religiös geprägter Tradition betrachtet, findet hier neben den festen Bauwerken auch einen zeitlich begrenzten Veranstaltungsrahmen.
Über die Linie M-160 ist Gines mit Sevilla verbunden. Die kulturellen Orte, die Keramikroute, die Fußgängerzone und „Una Pará en Gines“ setzen damit unterschiedliche Akzente für die Reiseplanung, ohne dass Gines auf nur ein Thema festgelegt werden muss.
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