Padul: Feuchtgebiet, Routen und Ortsgeschichte
Natur und Feuchtgebiet
Die Humedales y Turberas de Padul sind das einzige endorheische Feuchtgebiet in der Provinz Granada und das größte Torfmoor Südeuropas. Sie umfassen 327,40 Hektar. In den Feuchtgebieten von Padul wurden mehr als 150 Arten von Wasservögeln nachgewiesen; zahlreiche Arten nutzen das Gebiet zur Überwinterung, als Rastplatz während des Zuges oder als Brutgebiet. Das Feuchtgebiet von Padul ist als Besonderes Schutzgebiet für Vögel ausgewiesen, gehört zum geschützten Gebiet des Parque Nacional de Sierra Nevada und ist als Ramsar-Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung anerkannt. In den Torfschichten der Feuchtgebiete wurden Mammutreste festgestellt; Mammute lebten dort vor 30.000 bis 40.000 Jahren.
Routen und Angebote
Das Aula de Naturaleza El Aguadero neben Padul bietet vier Routen im Umfeld des Feuchtgebiets an; die Wege sind leicht und können zu jeder Jahreszeit begangen werden. Die Ruta del Mamut ist ein 2,9 Kilometer langer Rundweg, der am Aula de Naturaleza El Aguadero beginnt. Die Ruta Los Quinientos ist 7 Kilometer lang und führt an der iberisch-römischen Straße entlang. Die Ruta Ojo Oscuro folgt auf 8,5 Kilometern dem Camino de los Molinos und führt in das Feuchtgebiet hinein. Die Ruta del Agia ist 9,2 Kilometer lang und verläuft entlang des gesamten Randes des Feuchtgebiets. Die 10 Kilometer lange Ruta del Tigre de Diente de Sable verläuft im Parque Natural de Sierra Nevada am äußeren Bereich der Laguna de Padul entlang. Die 9,2 Kilometer lange Ruta del Rinoceronte Lanudo gehört zu den prähistorischen Routen von Padul, verläuft im Umfeld der Laguna de Padul und führt durch die Landschaft der Vega de Padul zu einem einfachen Holzsteg im Umfeld der Lagune und weiter zum Aula de la Naturaleza El Aguadero. Die Gemeinde bietet geführte Besichtigungen auf örtlichen Routen an, darunter die Ruta del Mamut und Padul Cultural. Das Aula de Naturaleza El Aguadero bietet Umweltworkshops an, darunter Vogelberingung, Recycling und verantwortungsvollen Konsum. Außerdem gibt es dort Kunsthandwerksworkshops mit Espartogras, Leder und Ton.
Geschichte und Ortsbild
In Padul gibt es insgesamt 17 Kreuze, die zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert errichtet wurden. Die Iglesia Santa María la Mayor wurde im 16. Jahrhundert über einer früheren Moschee errichtet und weist Mudéjar-Architektur sowie barocke und Renaissance-Altaraufsätze auf. Die Casa-Castillo de los Condes de Padul, bekannt als La Casa Grande, stammt aus dem 16. Jahrhundert, liegt im Ortszentrum und weist ein festungsartiges Erscheinungsbild sowie eine streng gehaltene Barockarchitektur auf. Die Fuente de San Joaquín und das Lavadero de Santa Ana, auch Fuente de los cinco caños genannt, sind ein traditionelles Waschhaus aus dem 16. Jahrhundert, das als Treffpunkt diente und durch eine Bronzeskulptur einer Wäscherin ergänzt wird. Im Centro de Interpretación El Silo in El Padul befindet sich eine traditionelle Dreschtafel, die zum manuellen Dreschen von Getreide wie Weizen, Gerste und Roggen verwendet wurde. Der alte Bahnhof der Straßenbahn von Padul beherbergt heute die Oficina de Turismo del Valle de Lecrín und wurde am 10. Februar 1923 eröffnet.
Feste und lokaler Charakter
Das Fest zu Ehren des heiligen Sebastián findet in Padul am 19. und 20. Januar statt; dabei werden große Feuer mit aromatischen Pflanzen entzündet, die die Einwohner am Vortag gesammelt haben. Während des Verfassungsfeiertags findet in Padul eine Messe mit mehr als 40 Ausstellern statt, auf der Honig, Käse, Olivenöl, Wein und Marmeladen vertreten sind; außerdem gibt es eine Weinmesse und eine Matanza-Veranstaltung.
Weitere Orte
Ein weiterer Ort ist El Puntal.
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