Cáñar entdecken: Bergwege, Traditionen und Sierra Nevada

File:Cañar, Province of Granada, Andalucía, Spain (50352454577).jpg File:Cañar, Province of Granada, Andalucía, Spain (50352454577).jpg Foto: Spencer Means from New York City, USA via Source, CC BY-SA 2.0

Architektur und Berglandschaft

Cáñar verbindet alpujarranische Bauformen mit einer ausgeprägten Berglandschaft. Weiße Häuser, Flachdächer und Tinaos – charakteristische Arkaden – prägen die traditionelle Architektur. Ein großer Teil des Gemeindegebiets gehört zum Natur- und Nationalpark Sierra Nevada. So treffen im Ort und in seiner Umgebung gebaute Geschichte, Wälder und Bergwege aufeinander.

Wanderwege rund um Cáñar

Ein ausgeschilderter Weg führt vom Ortszentrum bergauf zur Sierra und erreicht nach 9,8 km den Sulayr-Wanderweg, der über die Forstpiste von Puente Palo verläuft. Die Rundroute Tajo de los Machos y Cerrillo Redondo beginnt und endet am Área Recreativa Puente Palo. Sie gilt als sehr anspruchsvoll und umfasst 19,60 km mit 1.422 Höhenmetern im Aufstieg.

Eine Strecke verbindet Casas de Tello mit dem Erholungsgebiet Puente Palo und führt am Río Lanjarón, an der Loma de Cáñar, an der Acequia de las Encinillas, an den Hoyas de Cabrera, am Robledal de Cáñar und an der Casa Forestal de Cáñar vorbei. Eine weitere Route von Cáñar nach Lanjarón führt über den Camino de las Viñas, durch den Barranco de las Peás und den Barranco de los Jarales und anschließend über den Camino del Mimbrón nach Lanjarón.

Wälder, Quellen und Aussichtspunkte

Puente Palo ist ein Pinienhain, der die Quelle des Río Chico oberhalb von 1.700 Metern umgibt. Das Erholungsgebiet liegt neben der Forstpiste von Cáñar am rechten Ufer des Río Chico auf 1.750 Metern Höhe. Der Robledal de Cáñar ist ein Wald an der Loma de Cáñar, der durch vom Meer aufsteigende Feuchtigkeit fortbesteht. Die Cueva de Sortes zählt zu den zwei Naturdenkmälern von Cáñar und trägt ihren Namen nach einer früheren, heute verschwundenen Siedlung.

Der Mirador de Las Eras liegt neben einer rechteckigen, mit Steinplatten ausgelegten Tenne südlich des Ortszentrums. Auf dem Dach der Casa del Pueblo befindet sich der Mirador de África; an klaren Tagen bietet er Ausblicke auf das Rifgebirge in Marokko. Der Dique 24 gilt als 30 Meter hoch und weist einen Wasserfall auf; eine Route führt zwischen Kastanien- und Walnussbäumen an den Resten alter Mühlen vorbei.

Kirche, Museum und lokale Traditionen

Die Iglesia Parroquial de Santa Ana wurde Ende des 16. Jahrhunderts über einer früheren Rábita errichtet. In ihrem Inneren befindet sich ein barocker Retabel aus polychromiertem Holz, der in den Jahren 1753 bis 1755 geschaffen wurde. Außerdem besitzt die Kirche eine barocke Orgel, die Tomás Pabón im Jahr 1799 erbaute.

Die Casa del Pueblo beherbergt das Museo del Pueblo, das Aula de Música de Cáñar, einen Proberaum und einen Mehrzwecksaal. Das Museum zeigt Fotografien lokaler Traditionen wie Música de las Mozuelas und La Pelota, außerdem den Mechanismus der ersten Turmuhr der Kirche aus dem Jahr 1883 sowie Esparto-Gegenstände, die mit „Pepillo el Bayaquero“ verbunden sind. La Pelota ist eine lokale, mit der Hand gespielte Tradition, bei der gegen die östliche Wand des Kirchenschiffs der Iglesia Parroquial de Santa Ana gespielt wird.

Die Fiesta de la Música de las Mozuelas beginnt vor Tagesanbruch. Die Jugendlichen versammeln sich um Mitternacht, um sich auf die Serenaden vorzubereiten. Gegen 4 Uhr morgens führt die nächtliche Runde durch die engen Straßen von Cáñar, wobei unverheiratenen Frauen Serenaden gesungen werden. Zu den lokalen Spezialitäten gehören Mandelsuppe, Fenchel-Eintopf, Migas und Wildgerichte; bei den Süßspeisen werden Roscos, Pestiños und Buñuelos hervorgehoben.

Die Fuente de la Plaza de Santa Ana ist eine Trinkwasserquelle aus dem Jahr 1883. Ihr achteckiger Grundriss besteht aus Kalksteinblöcken und umfasst vier bronzene Ausläufe. Cáñar ist von der A-44 über Lanjarón und anschließend über die Straßen A-4132 und A-4201 erreichbar.

Weitere Reiseziele: Gualchos, Cijuela, Benalúa De Las Villas, Bácor, Brácana, Cacin, Capileira, Huétor - Santillán.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Granada.

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