Castro del Río – Festung, Kirchen und Olivenholz
Unterkünfte in Castro Del Río
Festung, Gassen und Ortsgeschichte
Castro del Río verbindet ein historisches Ortsbild mit markanten Spuren von Handwerk und Glauben. Das im 12. Jahrhundert gegründete befestigte Barrio de la Villa ist von weißen Häusern, Plätzen sowie engen und steilen Gassen geprägt. Zum Recinto Amurallado gehört eine unregelmäßig geformte Befestigungsanlage, die in die almohadische Zeit des 13. Jahrhunderts datiert wird; an einem Ende ist das Castillo Fortaleza angebaut. Seine im Wesentlichen quadratische Anlage mit Waffenplatz und Ecktürmen scheint auf das 14. Jahrhundert zurückzugehen. Der zylindrische Turm besitzt eine Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 80 Kubikmetern. Das Castillo Fortaleza ist als Bien de Interés Cultural (BIC) geschützt.
Der Pósito Municipal beherbergt permanente Ausstellungen, darunter das Centro de Interpretación de la Madera del Olivo und das Museo de Usos y Costumbres. Die Parroquia de Nuestra Señora de la Asunción ist als Bien de Interés Cultural ausgewiesen und zählt zu den ersten ländlichen Kirchen des Bistums Córdoba. Die Iglesia de Jesús Nazareno wurde zwischen 1700 und 1733 errichtet und besitzt ein 1734 von Gaspar Lorenzo de los Cobos geschaffenes Hauptretabel. Die Ermita de Nuestra Señora de la Salud entstand in den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts; ihr Retabel besteht aus geschnitztem und polychrom gefasstem Holz.
Feste, Wege und historische Verbindungen
Die Semana Santa von Castro del Río trägt seit dem 21. März 2001 die Auszeichnung „de Interés Turístico Nacional de Andalucía“. Zur religiösen Tradition gehört auch die Romería zu Ehren der Nuestra Señora de la Salud: Ihre Prozession führt über den Río Guadajoz und findet am ersten Samstag im Juni statt. Castro del Río gehört aktuell zu den zehn Gemeinden der Ruta de Blas Infante. Mit Miguel de Cervantes ist der Ort ebenfalls verbunden: Er besuchte Castro del Río mehrfach, kam 1587 dorthin und wurde dort bei einer Gelegenheit inhaftiert.
Der lineare Wanderweg Sendero Cordel de la Campiña–GR 43 verläuft durch die Gemeindegebiete von Córdoba, Castro del Río und Baena und kann zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Fahrrad begangen beziehungsweise befahren werden. Außerdem führt eine 180 Kilometer lange Route zwischen Córdoba und Granada durch Castro del Río, die von Pilgern zu Fuß und mit dem Fahrrad genutzt wird. Ihr Hauptzweig verläuft über Espejo, Baena, Alcaudete, Castillo de Locubín und Alcalá la Real.
Guadajoz, Olivenholz und regionale Küche
Der Río Guadajoz umgibt Castro del Río. In seinem Auwald haben sich Abschnitte eines Galeriewaldes erhalten, der als Rückzugsgebiet für wildlebende Flora und Fauna dient. Castro del Río gehört zu den Important Bird Areas (IBA) Spaniens. Im Tal des Río Guadajoz liegen auf schwach ausgeprägten Terrassen kleine, landwirtschaftlich genutzte Gärten.
Die Handwerkstradition von Castro del Río umfasst die Herstellung von Möbeln aus Olivenholz mit handwerklichen Verfahren des Schnitzens und Bauens. Zu den Möbeln und Gegenständen gehören unter anderem Stühle, Sessel, Schaukelstühle und Dekorationsobjekte. Zur traditionellen Küche zählen Albóndigas, Albondigón und Flamenquines; als besonders wichtige Zutat wird Olivenöl hervorgehoben. An Semana Santa gehören Spinat mit Kichererbsen und frittierter Kabeljau zu den traditionellen Gerichten.
Eine gastronomische Veranstaltung zu Bacalao umfasst Kochwettbewerbe, Weinverkostungen und die Förderung von Produkten aus Kabeljau. Im Oktober bringt die Handwerksmesse Ars Olea im Barrio de la Villa Olivenholzhandwerk, Gastronomie und die Kultur des Olivenbaums zusammen. Das Reñidero de Gallos zählt zu den ältesten Hahnenkampfplätzen Spaniens, ist derzeit ohne Wetten aktiv und veranstaltet weiterhin einzelne jährliche Prüfungen zur Zuchtauswahl, Rasseverbesserung und zum Export.
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