Tolocirio – Ortsgeschichte, Feste und der Torre óptica
Tolocirio zwischen Ortsgeschichte und Wasser
Tolocirio liegt nahe dem Gipfel, der dem Ort seinen Namen gibt, zwischen den Straßen N-601 und SG-343. Im bebauten Ortsbereich, nahe dem Ortsausgang in Richtung Montejo de Arévalo und in der Nähe eines Erholungsgebiets, liegen El Caño und die Waschhäuser. Sie bildeten ein Wassernutzungsensemble: An der Quelle holten die Anwohner Wasser für den Verbrauch, das Becken diente als Viehtränke, und überschüssiges Wasser wurde in einem Waschhaus mit zwei Becken aufgefangen.
Spuren einer langen Geschichte
Die früheste erhaltene schriftliche Erwähnung von Tolocirio stammt aus dem Jahr 1250 und führt den Ort unter dem Namen Tellocirio. Der Name Tolocirio geht auf den mittelalterlichen Adligen und Siedlungsgründer Tello Dulcidio zurück. Zur historischen Einordnung gehört die Comunidad de Villa y Tierra de Arévalo mit dem Sexmo de La Vega, zu der Tolocirio gehört. Nach der Eroberung durch Alfons VI. im Jahr 1082 war das Gebiet königliches Land (Realengo).
Kirche, Turm und Talblick
Die befestigte Kirche San Pedro Apóstol in Tolocirio stammt aus dem 11. Jahrhundert. Der Torre óptica de Tolocirio stammt aus dem 19. Jahrhundert und hat einen quadratischen Grundriss mit kleinen Schießscharten an allen vier Seiten. Er steht an einem erhöhten Aussichtspunkt, von dem aus sich das Tal des Flusses Adaja überblicken lässt. So treffen an einem Ort kirchliche Baugeschichte, militärisch geprägte Architektur und der Blick in die ländliche Landschaft aufeinander.
Feste im Jahreslauf
San Blas wird in Tolocirio am 3. Februar gefeiert und gilt als wichtigstes Ortsfest. Die Tradition um San Blas verbindet den Heiligen mit der Heilung von Halsbeschwerden; die Statue trägt deshalb farbige Bänder. San Isidro Labrador wird in Tolocirio am 15. Mai als Fest der Landwirte gefeiert. Die Virgen del Rosario wird in Tolocirio am 2. Juli gefeiert. Die drei Termine geben dem Ortskalender klar erkennbare religiöse und landwirtschaftliche Bezugspunkte.
Historische Wege durch Tierra de Arévalo
Auch die Verkehrsgeschichte reicht weit zurück. Nach Einschätzung des Professors und Archäologen Juan Francisco Blanco García verlief durch das Gemeindegebiet von Tolocirio eine bedeutende römische Straße, die Septimancas, das heutige Simancas, mit Alcalá de Henares verband und über Coca, das römische Cauca, sowie Segovia führte. Für die heutige Orientierung durch das Tierra de Arévalo führt die Route über die N-601 in Richtung Valladolid und anschließend über die Abzweigung nach Tolocirio in den Ort. Ein asphaltierter Weg ermöglicht die Weiterfahrt nach Montejo de Arévalo, ohne zur N-601 zurückzukehren.
Käse und Milchprodukte
Zum lokalen Wirtschaftsleben gehört ein kleiner Wirtschaftszweig zur Herstellung von Käse und anderen Milchprodukten. Damit bleibt neben Bauwerken, Festen und historischen Verkehrswegen auch die landwirtschaftlich geprägte Produktion Teil des Ortsbildes.
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