Escobar de Polendos: Zwischen Polendos-Tal und Sakralbauten

Polendos-Tal und Sakralbauten

Escobar de Polendos liegt an einem Hang im Tal des Bachs Polendos. Der Bach verläuft am östlichen Rand der Siedlung auf etwa 904 Metern Höhe. Im Zentrum steht die Kirche, während die Ermita auf einem kleinen Hügel über dem Ort liegt.

Romanische Details in der Ortsmitte

Im Zentrum steht die Iglesia de San Nicolás de Bari, ein kleiner ländlicher Sakralbau mit einem einfachen Schiff, das in einer halbrunden Apsis endet. In der Kirche ist ein romanisches Taufbecken mit einem Durchmesser von 123 Zentimetern und einer Höhe von 73 Zentimetern erhalten. Außerdem enthält sie ein kleines romanisches Weihwasserbecken mit einer Höhe von 76 Zentimetern und einer Breite von 31 Zentimetern. Zusammen mit dem schlichten Baukörper machen diese erhaltenen Details die Kirche zu einem greifbaren Teil der Ortsgeschichte.

Die Ermita und ihre Bildwerke

Auf einem kleinen Hügel etwa 500 Meter von Escobar de Polendos entfernt steht die Ermita de Nuestra Señora de la Cuesta, die von der Straße CL-603 aus gut sichtbar ist. In der Ermita de la Virgen de la Cuesta befinden sich mehrere barocke Altarretabel. Das zentrale Altarretabel beherbergt eine byzantinische Darstellung der Jungfrau mit dem Kind. Die Kirche bewahrt damit romanische Tauf- und Weihwasserbecken, während die Ermita barocke Ausstattung und eine byzantinische Darstellung vereint.

Eine ungewöhnliche Raumwirkung

Die höher gelegene und schmalere Hauptkapelle der Ermita de la Virgen de la Cuesta prägt ihre innere Gliederung. Ihre von dicken quadratischen Pfeilern getragene Nave wirkt dadurch wie drei Schiffe, obwohl sie nur einschiffig ist. Die tatsächliche Einschiffigkeit und die Wirkung eines dreischiffigen Raums gehören hier unmittelbar zusammen und verleihen der Kapelle eine besondere architektonische Spannung.

Name, Mühle und Festtage

Der Name Escobar de Polendos wird mindestens seit dem 13. Jahrhundert verwendet und verweist auf eine Gegend am Fluss Polendos, in der Sträucher für die traditionelle Herstellung von Besen vorkamen. Die früheste erhaltene urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1288 und dokumentiert den Kauf von achtzehn Nutzungsstunden an der örtlichen Mühle. Name, Fluss und Mühle verbinden damit sprachliche und wirtschaftliche Spuren der älteren Ortsgeschichte.

Luminarias im August

In Escobar de Polendos werden die Feste Luminarias, Nuestra Señora und San Roque am 14., 15. und 16. August gefeiert. Bei der Prozession der Luminarias werden beim Abstieg von der Ermita de la Virgen de la Cuesta zur Kirche in Escobar de Polendos nächtliche Feuer im Abstand von fünf oder sechs Metern aufgestellt. Der Festtermin und die Feuerfolge geben dem religiösen Ortsleben einen klaren zeitlichen und räumlichen Rahmen.

Anreise und erhaltenes Handwerk

Die Straßenanbindung von Segovia führt über die Straße 601, anschließend über die Regionalstraße 603 in Richtung Turégano und danach über eine kleinere Straße in den Ort. Neben dem Fluss, an dem ein öffentlicher Park angelegt wurde, ist ein Hufbeschlaggestell erhalten.

Für die weitere Reiseplanung können Sie außerdem Domingo García, Valseca, Sanchonuño, Bernuy de Porreros, Zamarramala, Fuentemilanos, Aguilafuente und Valsaín als weitere Ziele aufrufen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Segovia.

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