Parada de Rubiales zwischen Weinkellern und lebendigen Dorffesten
Kirchengeschichte in mehreren Bauphasen
Parada de Rubiales zeigt seinen historischen Charakter besonders deutlich an der Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción. Ihr ältester Teil ist im romanisch-mudéjaren Stil ausgeführt; Ziegelbögen und eine Holzbedeckung stammen wahrscheinlich aus der Zeit vor dem 15. Jahrhundert. Der Turm wurde 1575 hinzugefügt und bewahrt Reste einer Sonnenuhr. Eine barocke Erweiterung entstand zwischen 1675 und 1681 und umfasst das Querhaus, den Apsidenbereich und die Kuppel. In der Kirche befindet sich außerdem ein Bild des Santo Cristo de Rubiales aus dem 15. Jahrhundert, das 1596 aus der ehemaligen Kirche von Rubiales dorthin gebracht wurde.
Ein weiteres historisches Bauwerk ist die Ermita del Santo Cristo del Humilladero. Sie wurde Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet und besitzt einen rechteckigen Grundriss. Ihre Mauern bestehen aus Bruchstein und Ziegeln; an den Ecken und im Sockelbereich sind sie durch behauene Steine verstärkt. Zur Ortsgeschichte gehören auch mehr als 150 alte Weinkeller. Bei diesen Kellern finden sich traditionelle Lehmziegel-Architektur im Mudéjar-Stil, hölzerne Weingefäße und landwirtschaftliche Geräte.
Weinkultur und Landschaft
Parada de Rubiales gehört zur Denominación de Origen Tierra del Vino de Zamora. Einen vertieften Zugang zur regionalen Weinkultur bietet das Aula Interpretativa del Vino de Tierra del Vino y La Armuña, das sich in der Casa del Canónigo befindet. Eine Dauerausstellung mit Schautafeln und ein audiovisueller Beitrag vermitteln Hintergründe. Außerdem bietet das Aula geführte Weinverkostungen in einem Raum mit Platz für 18 Personen. Im Bodega-Bereich erklärt ein weiterer audiovisueller Beitrag den Bau traditioneller Weinkeller und die handwerkliche Weinherstellung.
Für eine Landschaftserfahrung steht der Monte de Valdemoros. Das Waldgebiet ist von Kiefern und Steineichen geprägt, liegt etwa vier Kilometer von Parada de Rubiales entfernt und befindet sich auf ungefähr 1.000 Metern Höhe. Dort gibt es einen Picknickplatz mit Tischen und Grillstellen. Innerhalb des bebauten Ortsgebiets erstreckt sich außerdem der Parque Alameda über mehr als fünf Hektar.
Feste mit starkem Ortsbezug
Das Dorfleben wird von wiederkehrenden Bräuchen geprägt. Los Quintos ist eine bis heute lebendige Tradition: Jugendliche, die 18 Jahre alt werden, stehen im Laufe des Jahres im Mittelpunkt mehrerer Feiern, an denen sich das ganze Dorf beteiligt. Beim El Mayo am 1. Mai stellen die Quintos einen ungefähr 15 Meter hohen Baum auf. Seine Krone schmücken sie mit Kiefernzweigen, einem Namensschild des jeweiligen Jahrgangs und Kürbissen.
Auch der Jahreskalender verbindet gemeinschaftliches Feiern und regionale Küche. Am 5. Januar zieht die Cabalgata de Reyes als Prozession durch die Gemeinde; im Rathaus werden Süßigkeiten und Geschenke an Kinder verteilt. Am zweiten Montag nach Ostern wird in Parada de Rubiales weiterhin im ländlichen Umfeld gefeiert und Hornazo gegessen. Zu den Feierlichkeiten gehört zudem eine öffentliche Verkostung traditionell zubereiteter Lentejas de la Armuña mit Fleisch, iberischen Wurstwaren und Gebäck. Jedes Jahr werden in Parada de Rubiales außerdem die Preise des Kurzgeschichtenwettbewerbs „Lenteja de Oro de la Armuña“ verliehen.
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