Ampudia – Kastilisches Ortsbild in der Tierra de Campos
Ampudia liegt in der als Tierra de Campos bekannten Region und gilt als Beispiel für typisch kastilische Architektur und Stadtanlage. Der Ortskern wurde 1965 zum historisch-künstlerischen Ensemble erklärt. Wer den Charakter des Ortes über seine Straßen und Bauwerke erschließen möchte, findet hier mehrere zeitlich klar eingeordnete Zeugnisse.
Ortsbild
Die Hauptstraßen Corredera und Ontiveros bewahren Arkaden mit steinernen Säulen aus dem 17. Jahrhundert; einige Beispiele stammen aus dem 13. Jahrhundert. Die unterschiedlichen Bauzeiten machen die historische Entwicklung des Straßenraums unmittelbar an den erhaltenen Arkaden ablesbar. Das Ortsbild wird dadurch nicht nur von einzelnen Monumenten, sondern auch von den benannten Straßenzügen und ihrer traditionellen Architektur bestimmt.
Kirche und sakrale Kunst
Zu den religiösen Bauwerken gehört die heutige Ermita de la Virgen del Castrillo. Sie wurde zwischen 1621 und 1626 wiederaufgebaut, erhielt 1648 ihren Vorbau und wurde 2002 teilweise restauriert. In der Stiftskirche San Miguel ragt der 63 Meter hohe Turm auf, der in der Umgebung als „Giralda de Campos“ bekannt ist. Zur Ausstattung gehört eine barocke Orgel, die 1779 von Tadeo Ortega gebaut wurde. Die Bauphasen und Jahreszahlen geben den sakralen Sehenswürdigkeiten eine klar unterscheidbare historische Abfolge.
Museen
Das Museum für sakrale Kunst beherbergt vor allem Werke aus dem 12. bis 18. Jahrhundert. Es befindet sich im ehemaligen Franziskanerkloster San Francisco aus dem 17. Jahrhundert; die erhaltene Kirche weist eine spätrenaissancezeitliche Architektur und Mudéjar-Dekor auf. Eine andere Sammlung zeigt das Museo de la Medicina: Es präsentiert mehr als 200 Stücke, die vom Offiziellen Ärztekollegium von Palencia durch Spenden ehemaliger Mitglieder zusammengetragen wurden. Das Museum befindet sich in einem historischen Gebäude, das als Hospital de Nuestra Señora de Clemencia konzipiert und im 15. Jahrhundert von Pedro García de Herrera gegründet wurde.
Landschaft und ländliche Zeugnisse
Das Gemeindegebiet von Ampudia wird von drei wesentlichen Landschaftselementen geprägt: Páramos beziehungsweise Alcores, Campiñas und Cuestas. Zu den ländlichen Bauformen gehören die Chozos von Ampudia. Diese eingeschossigen, runden Steinbauten haben eine kegelförmige Gestalt und jeweils einen einzigen Innenraum. Sie dienten Hirten als Zuflucht und teils auch als Unterkunft. Landschaftsformen und historische Nutzbauten stehen damit gemeinsam für die unterschiedlichen Seiten des Gemeindegebiets.
Feste und Schloss
Das Castillo de Ampudia ist ein kastilisches Herrenschloss, das in die Zeit vom 15. Jahrhundert bis in die ersten Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts eingeordnet wird. Im Schloss dauern die „Recorridos Secretos“ fast zweieinhalb Stunden; sie ermöglichen den Zugang zum Bergfried und seinen Verliesen. Im Jahreslauf wird in Ampudia weiterhin am letzten Sonntag im Juli das Fest der Virgen del Castrillo gefeiert. Im August veranstaltet der Ort außerdem ein Festival des Paloteo und des Tanzes, um den traditionellen Paloteo-Tanz zu bewahren. Die beiden Termine setzen unterschiedliche zeitliche Schwerpunkte im Festkalender.
Weitere Orte
Weitere Orte innerhalb dieses Zielgebiets sind Aguilar De Campoo, Santa María De Redondo, Barrio de San Pedro, Vidrieros, Moratinos, Villorquite del Páramo, Santa Olaja de la Vega und Astudillo.
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