Siero de la Reina – Romanik zwischen Tälern und Wäldern

File:Siero de la Reina 03 iglesia by-dpc.jpg File:Siero de la Reina 03 iglesia by-dpc.jpg Foto: David Perez via Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Zwischen Tälern, Wäldern und romanischer Geschichte

Siero de la Reina liegt am Zusammenfluss zweier Täler am Fuß des Puerto de Picones. Diese Lage gibt dem Ort einen klaren landschaftlichen Rahmen: Täler und Hänge gehören ebenso zum Ortsbild wie die historische Architektur. Am Eingang zum Friedhof befindet sich ein romanisches Portal aus dem 12. Jahrhundert. Für Reisende, die Landschaft und Ortsgeschichte verbinden möchten, bietet Siero de la Reina einen konzentrierten Einstieg.

An den Hängen in Richtung Puerto de Monteviejo gibt es aufgeforstete Kiefernbestände und einheimische Buchenwälder. Westlich von Siero de la Reina liegt Los Sestiles, ein Eichenwald mit jahrhundertealten Bäumen. Die unterschiedlichen Wälder geben dem landschaftlichen Umfeld mehrere eigenständige Akzente und ergänzen die historischen Bezugspunkte des Ortes um eine ausgeprägte Naturseite.

Die Portada de la Iglesia Parroquial in Siero de la Reina gehört zum Kreis der Monumente. Das romanische Portal war Teil des Klosters San Miguel, das sich auf einem nahegelegenen Bergsattel befand. Seine Gestaltung lässt sich an mehreren Bauteilen ablesen: Der Eingangsbogen ist halbkreisförmig, die Würfelbandleiste fein gearbeitet, die Archivolte glatt und die Kapitelle mit Skulpturen verziert. So verbindet das Bauwerk romanische Formensprache mit einem konkreten Platz in der Ortsgeschichte.

Im Mittelalter besaß Siero de la Reina eine Burg auf einem der steilen Hügel, die den Ort umgeben. Dieser historische Bezug erweitert den Blick über das Portal hinaus: Zur Ortsgeschichte gehört nicht nur ein Sakralbauwerk, sondern auch eine befestigte Anlage in der umgebenden Hügellandschaft. Die steilen Hügel prägen damit sowohl die historische Überlieferung als auch das landschaftliche Bild von Siero de la Reina.

Die Geschichte des Portals umfasst außerdem einen Ortswechsel und eine Rückkehr. 1911 wurde es von Antonio de Valbuena in die Kirche von Pedrosa del Rey versetzt. 1991, nach dem Bau des Riaño-Stausees, wurde das Portal an seinen ursprünglichen Standort zurückgebracht. Pedrosa del Rey und der Riaño-Stausee gehören dadurch zur Geschichte dieses romanischen Bauteils.

Für die Landschaftsperspektive steht die Route PR-LE 54. Sie bietet Ausblicke auf die Eichenbestände von Siero de la Reina und die Montes de Riaño. Außerdem beschreibt sie den Weg, auf dem transhumante Merinoschafherden zu den Hochweiden von Tierra de la Reina und Valdeón gelangten. Damit verbindet die Route Waldlandschaft mit dem historischen Verlauf der Schafwanderung und öffnet zugleich den Blick auf die weitere Bergregion.

Im weiteren regionalen Umfeld von Siero de la Reina liegen der Berggipfel Espigüete, der Gipfel Peña de Infierno, der Berg Peña Prieta und der Berg Peñas Pintas. Dort befinden sich außerdem der Palast Palacio del Arzobispo Bullón, die Kirche Santuario Virgen de la Velilla und die Kirche Iglesia Parroquial De San Ignacio; auch der Nationalpark Parque Nacional de Los Picos de Europa liegt in diesem weiteren regionalen Umfeld. So reicht der thematische Bogen von einzelnen romanischen Bauteilen bis zu Gipfeln, Kirchen, Palast und Nationalpark.

Weitere Orte für Ihre Reiseplanung: Pradorrey, Vegaquemada, Las Murias, Villaturiel, San Andrés Del Rabanedo, Magaz de Cepeda, Cármenes und Oseja De Sajambre.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: León.

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