Pardilla: Kirche, Wein und die Cañada Real de Merinas

Pardilla: Ockerlandschaften im Riaza-Becken in Richtung Somosierra

Pardilla liegt am südlichen Rand der Provinz Burgos. Ockerfarbene Landschaften erheben sich im Becken des Riaza stufenförmig in Richtung des rauen Somosierra-Passes. Der Arroyo de Pardilla durchquert das Gemeindegebiet und ist ein Nebenfluss des Río Riaza. So begegnen sich in Pardilla Landschaftsbezüge, Ortsgeschichte und ein historischer Weg an einem gemeinsamen Ausgangspunkt.

Kirche und lange Ortsgeschichte

Die Pfarrkirche von Pardilla ist der Enthauptung Johannes des Täufers gewidmet. Sie steht auf einer Anhöhe und besitzt einen zweigeschossigen gotisierenden Glockengiebel sowie eine rechteckige Apsis. Drei Schiffe sind durch große klassizistische Arkaden getrennt; hinzu kommen glatte Gipsgewölbe in Encamonado-Technik. Im Kirchenraum befinden sich ein romanisches Taufbecken mit großen Wülsten und ein barocker salomonischer Hauptaltar mit Johannes dem Täufer sowie Darstellungen von Petrus und Paulus. Die Pfarrkirche ist damit nicht nur durch ihre Widmung, sondern auch durch ihre Bauglieder und die erhaltene Ausstattung geprägt. Mehrere Epochen sind am Bau und an seiner Ausstattung ablesbar.

Der Kirchenbau bewahrt außerdem einen Bauteil aus dem 13. Jahrhundert; der übrige Bau stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Die Geschichte von Pardilla begann wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Mindestens sechs Siedlungen aus der Bronzezeit gibt es in Pardilla. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1130; damals trug der Ort noch den Namen Pardilla. Pardilla gehörte zur Gemeinschaft Montejo de la Vega de la Serrezuela und wurde 1655 zur Villa erhoben. Die Ortsgeschichte reicht damit von bronzezeitlichen Siedlungen bis in die Neuzeit. Für Kulturinteressierte sind in Pardilla sakrale Architektur, Ortsgeschichte und ein historischer Verkehrsweg jeweils eigene Themen.

Historischer Weg durch die Landschaft

Ein Weg beginnt in Pardilla und führt in südlicher Richtung über die ehemalige Nationalstraße Madrid–Irún, die heute verkehrsfrei ist. Er verläuft auf der Cañada Real de Merinas, einer historischen Transhumanzroute, die von Viehhirten zwischen den Sommerweiden in der Sierra de la Demanda und den Wintergebieten in Extremadura genutzt wurde. Der Weg steigt zum Cerro de la Mojonera auf 1.010 m an. Von dort bietet er Ausblicke über den südlichsten Teil der Ribera del Duero und die zur Provinz Segovia gehörende Serrezuela de Pradales.

Familienweingut und Ortsleben

In Pardilla liegt Bodegas Rojo, ein Familienweingut in Burgos. José María Rojo Ortega gründete es 2001 gemeinsam mit seiner Familie.

Am 2. Juli wird in Pardilla das Fest zu Ehren der heiligen Isabel gefeiert. Pardilla wird von der Bibliobus-Linie 3 bedient, die Milagros und Fuentenebro anfährt.

Anreise und weitere Orte

Die Autobahn A-1 durchquert das Gemeindegebiet von Pardilla. Die Regionalstraße BU-202 verbindet Pardilla im Südwesten mit Fuentenebro.

Weitere Orte

Pradoluengo, Loma De Montija, Pedrosa de Valdeporres, Valdenoceda, Ailanes, Cozuela, Escalada, Rabé de las Calzadas

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Burgos.

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