El Real de San Vicente: Kultur, Sierra und historische Spuren

File:El Real de San Vicente, Plaza de España.jpg File:El Real de San Vicente, Plaza de España.jpg Foto: Malopez 21 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

El Real de San Vicente verbindet Kirchenkunst und klösterliche Geschichte mit einer von Granitfelsen, Wäldern und Buschland geprägten Landschaft. Seine Besonderheiten reichen von der Iglesia Parroquial de Santa Catalina und dem Real Convento del Piélago bis zur historischen Nutzung des Schnees und einer seit Jahrhunderten bestehenden Carnaval-de-Ánimas-Tradition.

Kirche und klösterliche Geschichte

Die Iglesia Parroquial de Santa Catalina wurde zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert im Stil der Renaissance und des Barock erbaut. Sie ist als Monumento de Interés Cultural beziehungsweise Bien de Interés Cultural geschützt. Zur Ausstattung gehören vier polychrome Holzskulpturen aus dem 18. Jahrhundert, darunter die Virgen de los Dolores. Die Werke stammen von Luís Salvador Carmona und geben dem Kirchenbau auch eine kunsthistorische Dimension.

Das Real Convento del Piélago wurde 1687 vom Orden der Unbeschuhten Karmeliten gegründet und ging zwei Jahre später durch die Gunst von Carlos II. in königliche Schirmherrschaft über. Der neue Tempel, der die frühere Kapelle ersetzte, wurde 1741 eingeweiht. Vom Kloster stehen noch die Mauern der Kirche und ein Teil des Kreuzgangs.

Schneebrunnen und historische Ortsbilder

Der Pozo de Nieve de El Piélago ist einer von drei Schneebrunnen, die mit dem nahe gelegenen Kloster verbunden sind. Der Pozo de Nieve liegt in der Sierra am Beginn des Camino de los Repetidores. Dort wurde Schnee abwechselnd mit Strohschichten verdichtet und gelagert, damit er zur Konservierung von Lebensmitteln verkauft werden konnte. Der Schnee wurde auf Maultieren oder Pferden in nahe gelegene Orte wie Talavera transportiert. So verweist der Ort auf eine historische Form der Versorgung, die eng mit der Landschaft der Sierra verbunden war.

Auch die Brunnen gehören zum kulturellen Bild von El Real de San Vicente. Die Fuente de los Veneruelos ist ein barocker Steinbrunnen aus dem 18. Jahrhundert am Ortsausgang. Drei Ausläufe führen klares Wasser aus der Sierra. Innerhalb des Ortes bildet die Fuente de los Caños zusammen mit einem traditionellen Waschhaus ein historisches Ensemble.

Granitlandschaft und Route zum Monte Pelados

Die Landschaft von El Real de San Vicente ist durch Granitfelsen mit unterschiedlichen Formen geprägt. Dazu zählen Berrocal-Felsformationen und sogenannte piedras caballeras. Kastanien- und Eichenwälder sowie mediterranes Gehölz und Buschland bilden den größten Teil der natürlichen Vegetation. Dadurch erhält die Umgebung ein abwechslungsreiches Gesicht aus markanten Felsen, Wald und niedrigem Bewuchs.

Eine aktive Seite des Ortes zeigt die Route PR-TO 21. Sie beginnt mit einem langen Anstieg von 600 Höhenmetern, der die Ortschaft mit dem Gipfelpunkt des Monte Pelados verbindet. Für die räumliche Einordnung gehört außerdem die Cañada Real Leonesa Oriental zum Gemeindegebiet: Sie verläuft an dessen nördlichem Rand auf einer Länge von mehr als 5 km.

Eine Tradition mit eigener Klangfarbe

Los Carnavales sind in El Real de San Vicente eine seit Jahrhunderten bestehende Carnaval-de-Ánimas-Tradition mit einer uniformierten Soldadesca. Von Dreikönig bis zum Karneval zieht sie an jedem Wochenende durch die Straßen des Ortes. Trommeln, das Fahnenschwingen und traditionelle Spiele wie Cucaña und Tiznao prägen diese besondere Form des örtlichen Brauchtums.

Weitere Orte

Los Alares, La Villa De Don Fadrique, Almorox, Fuensalida, Malpica De Tajo, Villatobas, Urbanización Río Cedena und La Puebla De Montalbán

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Toledo.

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