Los Tojos: Argoza-Hanglage und montañesische Baukultur
Unterkünfte in Los Tojos
Los Tojos liegt auf einer Hanglage in mittlerer Hanghöhe am linken Ufer des Flusses Argoza, auf 650 Metern Höhe. Die Siedlung besitzt eine lineare, sichelförmige Struktur und öffnet sich nach Südosten über einen kleinen Zwischenrücken mit ausgedehnten Weideflächen. So treffen in diesem Ort eine klar erkennbare Siedlungsform, das Flusstal und die ländliche Umgebung unmittelbar aufeinander.
Häuser, Handwerk und lokale Geschichte
Zum Ortsbild gehören traditionelle Häuser, die im Allgemeinen zweigeschossig sind, über Solanas verfügen und in Reihen stehen. Eine Reihe aneinandergebauter Häuser folgt dabei einer ländlichen Bauform: Typischerweise bildet ein erstes Stammhaus den Ausgangspunkt, während weitere Häuser mit einer gemeinsamen Trennwand angebaut wurden. Die Casa de los Perros ist ein traditionelles Gebäude mit überdachtem Vorbau und einer Solana. An der Casa de Pepón befindet sich ein Familienwappen mit den Namen Pedro González, Ríos, Gómez, Linares und Cossío.
Auch das Waschhaus mit Quelle gehört zu den markanten Bauelementen von Los Tojos. Es ist ein Steinbau mit hölzernem Satteldach und einem geneigten Waschbecken. Historisch dienten Waschhäuser als Treffpunkte, an denen Frauen Wäsche wuschen, Nachrichten austauschten, nachbarschaftliche Beziehungen stärkten und lokale Traditionen und Bräuche lebendig hielten. Die einzige im Ort Los Tojos beschriebene montañesische Herrenhausanlage weist zwei Rundbögen auf, die zu ihrem überdachten Vorbau führen.
Mit der Casa de Pepón verbindet sich außerdem eine lokale Überlieferung: Der spätere Karl I. soll während seiner Reise nach Kastilien in der Casa de Pepón beziehungsweise in der früheren Herberge von Pepón übernachtet haben. Nach lokaler Überlieferung übernachtete Adriano von Utrecht 1517 in der Casa de los Perros, als er den späteren Karl I. begleitete. Eine weitere historische Spur führt zur Escuela de Mueble Montañés de Los Tojos, die im 16. und 17. Jahrhundert größere Bekanntheit erlangte.
Die handwerkliche Seite des Ortes zeigt sich auch in den Erdgeschossen der Häuser. Dort wurden landwirtschaftliche Geräte wie Rechen, Heugabeln und Worfelgeräte hergestellt. Die örtlichen Holzarbeiten wurden als „la Garauja“ bezeichnet. Zusammen mit den Solanas, den Reihenhäusern und den überdachten Vorbauten entsteht daraus ein konkretes Bild der montañesischen Bau- und Handwerkstradition.
Orientierung am Naturpark und auf dem GR-71
Das Centro de Interpretación del Parque Natural Saja-Besaya liegt unmittelbar südlich von Saja am Kilometer 13 der Regionalstraße CA-280 zwischen Cabezón de la Sal und Reinosa. Es befindet sich am Beginn des Anstiegs zum Puerto de Palombera in der Gemeinde Los Tojos. Für die Einordnung der Landschaft gehört damit neben dem Ort auch dieser Abschnitt am Rand des Naturparks zum räumlichen Zusammenhang.
Eine Verbindung für Wandernde bildet der Weg von Bárcena Mayor nach Los Tojos. Er ist Teil der zweiten Etappe des GR-71 „Sendero de la Reserva del Saja“, die von Bárcena Mayor nach Saja führt.
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