Las Fraguas: Rundwege, Baukultur und Festtradition
File:2018-03-24 Gateway, Hornillos Palace, Las Fraguas, Arenas de Iguña, Cantabria (1).JPG
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Las Fraguas zwischen Wegen und Baukultur
Las Fraguas in Kantabrien zeigt mehrere Seiten eines Ortes: leichte Wege, historische Herrenhäuser, sakrale Bauten und ein traditionsreiches Fest. Der „Paseo Palaciego“ ist ein 3 km langer, leichter Rundweg und für die ganze Familie geeignet. Damit steht eine überschaubare Strecke am Anfang, die sich gut in eine Entdeckung des Ortes einfügt.
Eine längere Runde bildet „Rincones de Valdeiguña“. Der leichte Rundweg ist 5,9 km lang, beginnt an der Freizeitanlage Las Fraguas und führt über Palacio, Palazuelos, Cohiño, San Cristóbal und Pedrero. Die Freizeitanlage liegt im Ortszentrum neben dem Fluss und den Anlagen der kommunalen Schwimmbäder. Die unterschiedlichen Streckenlängen helfen bei der Etappenplanung. Der Camino de La Santa Cruz überquert den Bach Valdeiguña am Übergang bei der Carmen-Kapelle und führt von Las Fraguas in Richtung Pedredo über einen Fußweg am Straßenrand der S-201.
Die Baugeschichte von Las Fraguas reicht bis ins späte 17. Jahrhundert zurück. Die Casona de Las Fraguas ist ein kantabrisches Herrenhaus, das von der Marquesa de Cilleruelo errichtet wurde. Über mehrere Generationen war sie der offizielle Wohnsitz der Familie, bis die Herzöge von Santo Mauro 1900 auf demselben Anwesen den Palacio de los Hornillos errichteten. Der Palacio wurde zwischen 1897 und 1904 von dem englischen Architekten Ralph Selden Wornum erbaut. Als englischer Palast im Neo-Tudor-Stil basiert er auf der mittelalterlichen englischen ländlichen Architektur.
Zum besonderen Profil des Palacio de los Hornillos gehört außerdem seine Filmgeschichte: 2001 war er Drehort des Films „Los Otros“ unter der Regie von Alejandro Amenábar mit Nicole Kidman in der Hauptrolle. Das Innere des Palacio kann derzeit nicht besichtigt werden, da es sich um Privateigentum des Herzogs von Don Carlos handelt. Entstehungszeit, Architektur und Filmbezug eröffnen damit unterschiedliche Blickwinkel auf dasselbe Bauwerk.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei der Iglesia de San Jorge. Sie wurde 1890 von den Herzögen von Santo Mauro als Kapellen-Pantheon über den Ruinen einer mittelalterlichen Einsiedelei in Auftrag gegeben. Ihre neoklassizistische Gestaltung ist einem griechischen Tempel nachempfunden. Die Kirche besitzt 40 Säulen korinthischer Ordnung und ist im Volksmund als „El Partenón“ bekannt. Die Herzöge schenkten sie dem Ort, damit sie als Pfarrkirche dient. Die Capilla de Nuestra Señora del Carmen in Las Fraguas stammt aus dem 18. Jahrhundert.
Eine eigene Tradition ist das jährliche Fest am Abend des 15. Juli zu Ehren der Virgen del Carmen. Es wird in Las Fraguas seit mehr als 200 Jahren gefeiert und trägt die Einstufung als Fest von regionalem touristischem Interesse. Während des Festes wird die öffentliche Beleuchtung ausgeschaltet; der Ort wird ausschließlich durch Kerzen erhellt, die die Einwohner auf den Straßen sowie in ihren Häusern, Fenstern und Balkonen aufstellen. Tausende Besucher kommen dafür zu Fuß aus benachbarten Orten. Der feste Termin und das Kerzenlicht prägen den Festcharakter ebenso wie die lange örtliche Tradition.
Wer die Orte unter Kantabrien gemeinsam betrachtet, findet neben Las Fraguas auch Pedredo.
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