Borela: Kirche, Kapellen und Wege in Galizien
Unterkünfte in Borela
Borela verbindet kirchliche Baugeschichte mit einer Festtradition und mit ländlichen Wegen. Wer einen Ort über Bauwerke, religiöse Bildwerke, Landschaft und einen konkreten Weg zu Fuß kennenlernen möchte, findet hier mehrere unterschiedliche Facetten.
File:Transformador EMC001 en Ponte Borela, Cerdedo-Cotobade.jpg
Foto: Bene Riobó via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Kultur und Geschichte
Zur sakralen Baugeschichte gehört die Igrexa de San Martiño de Borela. Der Bau ist barock und entstand über einer älteren romanischen Kirche. So treffen an diesem Gotteshaus zwei historische Bauphasen aufeinander. An der Fassade befindet sich in einer Nische eine Darstellung des heiligen Martin. Auf dem Kirchhof steht eine lange durchgehende Bank mit einem Relief, das O Descendemento, die Kreuzabnahme, darstellt. Architektur, Heiligenfigur und Relief setzen dabei jeweils eigene Akzente und verbinden den Kirchenbau mit bildlichen Darstellungen.
Auch das Pfarrhaus Casa rectoral de Borela verweist auf die Geschichte des Ortes. Es gehörte früher zur Gerichtsbarkeit des übergeordneten Benediktinerklosters von Tenorio. Zusammen mit der Igrexa de San Martiño de Borela reicht der historische Rahmen damit vom romanischen Vorgängerbau über die barocke Kirche bis zur früheren kirchlichen Verwaltung. Kirche, Pfarrhaus und Kirchhof bewahren unterschiedliche Spuren dieser religiösen Ortsgeschichte.
Martinsfest und regionale Tradition
Das Martinsmotiv besitzt in Borela auch eine kulinarische Seite. O Bolo de San Martiño wurde traditionell als Nachspeise zum Fest des heiligen Martin gegessen. Der heilige Martin ist der Patron der Pfarreien Borela und Rebordelo. Speise, Fest und Patrozinium gehören damit zu derselben örtlichen Tradition. Für Kulturinteressierte verbindet sich hier die Geschichte der Pfarreien mit einer überlieferten Speise, ohne dass die kulinarische Tradition vom religiösen Bezug zu trennen ist.
Landschaft und Kapellen
Die Capilla de Nuestra Señora de Lourdes ist eine schlichte Kapelle, die in die galicische Landschaft eingebettet und von Natur sowie ländlichen Wegen umgeben ist. Nahe der mittelalterlichen Ponte de Borela liegt die Capilla de Lourdes als rechteckige Kapelle mit einem einzigen Schiff. Ihre schlichte Form, die Landschaft und die mittelalterliche Brücke bilden unterschiedliche räumliche und architektonische Bezugspunkte in Borela. Kapelle, Brücke und Wege stehen dabei als konkrete Bestandteile nebeneinander und geben dem Landschaftsbild mehrere kulturelle Anker.
Wege und Orientierung
Für Spaziergänge und Wanderungen steht der PR-G257 Sendero de Borela als benannter Weg zur Verfügung. Er beginnt an der Pfarrkirche. Damit nimmt die Igrexa de San Martiño de Borela nicht nur in der Ortsgeschichte, sondern auch im Wegenetz des Ortes einen konkreten Ausgangspunkt ein. Der Kirchenbau erscheint so zugleich als historischer Ort und als Anfang des genannten Weges.
Die öffentliche Busroute XG83500101 Aguasantas–Pontevedra E.A. bedient die Haltestelle BORELA (CRUZAMENTO). Von der Praza de Borela führt eine steile Straße nach links; nach 300 Metern liegt die Igrexa de San Martiño de Borela auf der linken Seite. Diese Wegbeschreibung verbindet den genannten Haltepunkt, den Platz und die Kirche in einer klaren Abfolge.
Termin im August
Als Termin der Festa da Virxe das Dores e San Antón gilt in Borela der erste Sonntag im August. Der Festtermin ergänzt die Bauwerke, die Kapellen und den Sendero um einen jährlich wiederkehrenden Bestandteil des örtlichen Kalenders.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Cotobade.