Ermua – Jakobsweg, Barock und zerklüftete Landschaft
Ermua verbindet historische Wege mit einer markanten baskischen Landschaft und bedeutender Baukunst. Besonders eindrucksvoll ist die Iglesia de Santiago Apóstol. Sie wurde im 16. Jahrhundert erbaut und 1602 erweitert und wiederaufgebaut. Der Kirchenbau ist einschiffig und wird von Kapellen flankiert. Im Inneren fällt der Hauptaltar auf: Er ist ein beeindruckendes, ungefasstes barockes Werk aus Walnussholz und mit reich ornamentierten salomonischen Säulen gestaltet. Die Verbindung von Bauform, Holzarbeit und barocker Ornamentik gibt diesem Sakralbau ein klar erkennbares Gepräge. Die einschiffige Grundform konzentriert den Innenraum auf das Hauptaltarwerk, während die flankierenden Kapellen die seitliche Gliederung des Kirchenbaus bestimmen.
Kultur und Baukunst
Zu den prägenden Bauwerken gehört außerdem der Palacio Marqués de Valdespina. Er wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, zeitlich nahe dem ersten Viertel dieses Jahrhunderts, erbaut. Der Palacio gilt als eines der bedeutendsten barocken Bauwerke im Baskenland. Seine zeitliche Einordnung ergänzt die ältere Iglesia de Santiago Apóstol um ein Beispiel der barocken Palastbaukunst.
Eine andere Epoche repräsentiert der Palacio Lobiano, ein Renaissancebau aus dem 16. Jahrhundert. Im Palacio Lobiano befindet sich heute die Casa de Cultura von Ermua. Zu ihr gehören ein Ausstellungsraum, ein Auditorium sowie Räume für Malerei, Theater und Tanz. Die kulturelle Nutzung umfasst damit verschiedene Räume und künstlerische Bereiche, während das Gebäude selbst seine Einordnung als Renaissancebau bewahrt. Die Casa de Cultura verbindet im Palacio Lobiano Ausstellungsraum, Auditorium sowie Malerei, Theater und Tanz unter einem gemeinsamen kulturellen Dach.
Historische Wege
Der historische Camino Real verband Bizkaia und Gipuzkoa. Zudem lag Ermua an einer Jakobsweg-Pilgerroute, die entlang der Küste von Irún nach Itziar führte. Beide Wege stehen für unterschiedliche historische Verbindungen: Der Camino Real stellte die Verbindung zwischen den beiden baskischen Gebieten her, die Pilgerroute folgte dem Küstenverlauf zwischen Irún und Itziar.
Landschaft und Rundweg
Die Landschaft von Ermua ist von einem zerklüfteten Relief mit eindrucksvollen, zwischen steilen Hängen eingeengten Tälern geprägt. Die Wanderroute PR-BI 70 ist als Rundweg angelegt und beginnt sowie endet am Park im Viertel Okin Zuri. Abschnittsweise verläuft sie am Fluss entlang des alten Camino Real.
Feste und Termine
Die Patronatsfeste zu Ehren des heiligen Santiago finden in Ermua vom 24. bis 27. Juli statt; das zugehörige Veranstaltungsprogramm beginnt bereits am 14. Juli. Zu den prägenden Merkmalen der Santiagos in Ermua gehören die vielfältigen Aktivitäten, die Beteiligung der Bevölkerung und die farbenfrohen Txarangas. Der frühe Programmbeginn am 14. Juli und die eigentlichen Festtage vom 24. Juli markieren zwei verschiedene Zeitpunkte innerhalb des Santiago-Festes. Ein weiterer fester Termin ist die Feria de San Martín. Sie findet an dem Samstag statt, der dem Fest des heiligen Martin am nächsten liegt.
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