Colungo: Felskunst, Schluchten und aragonesische Geschichte

Colungo verbindet prähistorische Felskunst, markante Landschaften und lebendige Ortsgeschichte mit regionalen Traditionen. Besonders prägend ist die Cueva de la Fuente del Trucho: Sie ist die einzige bekannte archäologische Fundstätte in Aragón mit paläolithischen Felsmalereien. Einen weiteren Zugang zur frühen Kunstgeschichte der Umgebung bietet das Centro de Interpretación de Colungo. Dort wird prähistorische Felskunst aus dem Gebiet des Río Vero und der Sierra de Guara präsentiert, die zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde.

Felskunst und Baukultur

In den Felsüberhängen von Mallata finden sich schematische Malereien. Sie sind mit bäuerlichen und viehzüchterischen Gesellschaften des Neolithikums und der Metallzeiten zwischen 5000 und 1500 v. Chr. verbunden. Damit reicht die Geschichte der Region weit über einzelne Bauwerke hinaus und macht die Felslandschaft selbst zu einem wichtigen Bestandteil des kulturellen Profils von Colungo.

Zur Ortsgeschichte gehört auch die Kirche Nuestra Señora del Pilar. Der spätgotische aragonesische Sakralbau stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde 1575 vom Kirchenmeister Joan Torón und dem Architekten Joan Tellet ausgeführt.

Schluchten, Felsbogen und alter Olivenbaum

Das Landschaftsbild wird durch den Portal de la Cunarda ergänzt, einen großen Kalksteinbogen, der durch die Erosion von Wind und Wasser geformt wurde. Vom Tozal de Mallata aus überblickt man die Schluchten des Río Vero und der Choca. Beide Motive zeigen unterschiedliche Seiten derselben Umgebung: hier die geologische Form eines gewaltigen Felsbogens, dort der weite Blick über eingeschnittene Flusstäler.

Ein besonderes Naturdenkmal ist die Olivera de Nadal. Der Olivenbaum ist vermutlich tausend Jahre alt, hat an der Basis einen Stammumfang von 13,65 m und erreicht eine Höhe von 8 m. Der ausgeschilderte Zugang liegt an der Straße A-2205 etwa 500 m vor Colungo. Anschließend ist die Olivera de Nadal über einen Weg durch ein Mandelbaumfeld erreichbar.

Wege zwischen Colungo und den Nachbarorten

Die Route zum Portal de la Cunarda führt auf dem Rückweg über einen alten Viehweg nach Colungo, der noch einige gepflasterte Abschnitte aufweist. Punkte von Interesse der Radroute Alquézar–Buera–Colungo sind die mittelalterliche Villa Alquézar, die Brücke von Villacantal, Buera, das Santuario de Dulcis, Colungo und das Centro del Arte Rupestre.

Lokale Traditionen in Colungo

Zum Charakter des Ortes gehört eine alte Tradition der Herstellung von Aguardiente und Anisschnäpsen. In Colungo finden die Fiestas zu El Pilar am 12. Oktober statt. Zusammen mit der Kirche Nuestra Señora del Pilar verweist dieses Fest auf eine Ortskultur, in der religiöse Baugeschichte und lokale Feiertradition unmittelbar nebeneinanderstehen.

Weitere Reiseziele zur Orientierung: Arguis, Benabarre, Abiego, Torrente, Apiés, Ligüerre De Ara, Arén und Panticosa.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Huesca.

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