Gérgal: Fiestas, Castillo de Gérgal und Calar Alto
Unterkünfte in Gérgal
Gérgal zwischen Festtradition und Kulturgeschichte
Gérgal verbindet eine Fiesta mit Bauwerken aus unterschiedlichen Epochen und dem Observatorium von Calar Alto. Für eine Reise mit Interesse an lokaler Geschichte stehen dabei Jahreszahlen, architektonische Details und archäologische Fundstücke im Mittelpunkt.
Fiestas de San Sebastián und sakrale Bauwerke
Die Fiestas de San Sebastián, auch Moros y Cristianos und im Ort La Fiesta del Santo genannt, finden an dem Wochenende statt, das dem 20. Januar am nächsten liegt. Das Fest umfasst die auf überlieferten Texten beruhenden „relaciones“, inszenierte „guerrillas“ zwischen den maurischen und christlichen Gruppen sowie am dritten und letzten Nachmittag eine gemeinsame Prozession zur Ermita de San Sebastián. Die Ermita beherbergt das ganze Jahr über die Darstellung des Schutzpatrons von Gérgal; ihre Restaurierungsarbeiten wurden im Jahr 2000 abgeschlossen.
Das Castillo de Gérgal wurde im späten Mittelalter unter muslimischer Herrschaft errichtet und ging 1492 in den Besitz der Katholischen Könige über. Sein aus Schiefer errichteter Wehrturm, eine Stützmauer und Ecktürme mit spitz zulaufenden Dächern gehören zur Anlage. Ab 1970 wurde das Castillo restauriert; 1993 wurde es als Monument als Bien de Interés Cultural unter Schutz gestellt. Die Kirche Iglesia de Nuestra Señora del Carmen besitzt eine dokumentierte Artesonado-Kassettendecke, ihre zentrale Dachkonstruktion ist im Mudéjar-Stil ausgeführt. Bei Restaurierungsarbeiten wurden 2001 an einigen Wänden Wandmalereien entdeckt. Östlich des Ortskerns befindet sich eine Kapelle auf dem Gipfel des Berges Loma de Tablas. Eine kleine, quadratische Kapelle mit einer Grundfläche von 9 m² steht am westlichen Eingang von Gérgal.
Fundstellen, Waschhaus und Puente Viejo
Im Gemeindegebiet von Gérgal gibt es zwischen El Almendral und dem Peñón de las Juntas vier prähistorische Fundstellen. Zu den Funden zählen Felsmalereien, Keramik, Flintartefakte, eine Perle aus poliertem Stein sowie ein Kupfer- oder Bronzeohrring. La Cimbra ist ein 1947 errichtetes öffentliches Waschhaus, das bis in die 1970er-Jahre betrieben wurde und heute als Zeugnis der lokalen Geschichte von Gérgal erhalten ist. Die Puente Viejo de Gérgal wurde 1908 fertiggestellt, nachdem der Bau 1880 begonnen hatte. Sie besteht aus einem Hauptbogen über der Rambla de Gérgal und zwei Nebenbögen, die zur Regulierung des Wasserabflusses bei früheren sommerlichen Unwettern dienten.
Calar Alto und die Verkehrsgeschichte
Das Observatorium von Calar Alto liegt im Gemeindegebiet von Gérgal auf dem Gipfel der Sierra de los Filabres auf 2.168 m Höhe und wird vom CAHA, dem Centro Astronómico Hispano Alemán, betrieben. Der Tagesbesuch des Observatoriums dauert etwa zwei Stunden und wird von qualifiziertem, wissenschaftlich ausgebildetem Personal geführt. Seit März 2016 konnten Bürgerinnen und Bürger Calar Alto einzeln oder in Gruppen besuchen; die Aktivitäten wurden von der Firma „Azimuth Education and Scientific Tourism“ durchgeführt.
Der erste elektrifizierte Eisenbahnabschnitt Spaniens nahm im Februar 1912 zwischen Santa Fe und Gérgal den Betrieb auf und war 21 km lang. Die historische Station Gérgal an der Strecke Linares–Almería verfügte über ein elektrifiziertes eingleisiges Gleis.
Weitere Reiseziele: Alhama De Almería, Huesa, Nijar, Fondón, Alcolea, Tonosa, Terque, Costacabana
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Almeria.