Gandesa: Romanik, Terra-Alta-Wein und Fontcalda
File:Antic Escorxador Municipal de Gandesa 02.jpg
Foto: Jordi Gili via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Romanisches Erbe und zivile Gotik
Gandesa zeigt seinen Charakter besonders deutlich an seinen historischen Bauwerken. Die Kirche der Virgen de la Asunción wurde als Kulturgut von nationalem Interesse in der Kategorie des historischen Monuments eingestuft. Ihr Bau begann im 12. Jahrhundert; das heutige Gebäude bewahrt die romanische Apsis und das romanische Portal. Auch die Casa de la Vila Vella erzählt von einer älteren Epoche: Das spätmittelalterliche Bauwerk der zivilen Gotik stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde teilweise von der Erweiterung der Kirche der Asunción aufgenommen.
Wein, Archäologie und die Geschichte des Ebro
Das Celler Cooperatiu de Gandesa veranstaltet nach vorheriger Reservierung geführte Besichtigungen mit Weinverkostung. Einen anderen Zugang zur regionalen Vergangenheit bietet die archäologische Fundstätte Coll del Moro, die Teil der Ruta de los Iberos ist. Die Ursprünge der iberischen Siedlung reichen vermutlich bis ins 6. bis 5. Jahrhundert v. Chr. zurück; zu ihr gehört eine der wenigen erhaltenen Nekropolen iberischer Siedlungen in Katalonien.
Mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts befasst sich das Centre d’Estudis de la Batalla de l’Ebre. Es wurde auf Initiative einer Gruppe von Wissenschaftlern und Sammlern aus Gandesa gegründet, die sich für die Schlacht am Ebro sowie für die Bewahrung dokumentarischer, militärischer und kultureller Materialien interessierten. Die CEBE-Sammlung präsentiert Waffen, Munition, Uniformen und persönliche Gegenstände aus den materiellen und dokumentarischen Beständen des Centre.
Feste mit eigener Handschrift
Der Veranstaltungskalender verbindet religiöse Bräuche, lokale Geschichte und Wein. Die Festa de Sant Antoni findet am 17. Januar statt; ihre Tradition ist in Gandesa seit 1801 schriftlich dokumentiert. Dazu gehören das traditionelle Sammeln von Brennholz durch Gandesa und anschließend eine Versteigerung zusammen mit Coca und Rodot de Sant Antoni. Die Festa del Vi findet am ersten Novemberwochenende statt. Dabei werden Weine der Denominación de Origen Terra Alta von verschiedenen Genossenschaften und privaten Weingütern rund um die Cooperativa de Gandesa zur Verkostung angeboten.
Auch die Romeria a la Fontcalda ist fest im Jahreslauf verankert und findet am ersten Sonntag im Mai statt. Die Prozession verlässt um 7 Uhr morgens die Kirche und zieht zum Heiligtum. Am Santuario de La Fontcalda verengt sich der Fluss Canaletes zu einer kleinen Schlucht, in der sich Teiche und natürliche Becken bilden. Am Ende dieses Schluchtabschnitts befindet sich eine 25 °C warme Thermalquelle.
Weinkultur und lebendige Traditionen
Die Aktivität „Al ritmo de la Garnacha Blanca“ umfasst die Verkostung von fünf Weinen aus der als einheimisch bezeichneten Rebsorte Garnacha Blanca der Terra Alta. Dabei werden nahezu hundert Jahre alte Garnacha-Blanca-Weinberge besichtigt und verschiedene Weinbereitungsarten und -stile im Weingut vorgestellt. Zu den kulturellen Ausdrucksformen Gandesas gehören außerdem die Figuren En Gori und la Fontcalda der Gegants de Gandesa, die bei Prozessionen stets in Begleitung der Grallers-Gruppe „Etzimbori“ aus Gandesa auftreten. Die Theatergruppe La Farsa erinnert an das historische Ereignis vom 17. Oktober 1319, das als Farsa de Gandesa bekannt ist, und hat Straßenanimationen sowie Puppentheateraktivitäten durchgeführt. El Panilló ist eine Tradition aus Gandesa, die an Allerheiligen gefeiert wird.
Weitere Orte zum Vergleichen: El Pinell de Brai, Ulldemolins, Benissanet, Botarell, Vila-Seca De Solcina, Creixell, Alforja, La Secuita.
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