Sant Martí De Llémena: Vulkanlandschaft und Romanik
Unterkünfte in Sant Martí De Llémena
Die Gemeinde Sant Martí De Llémena erstreckt sich entlang des mittleren Tals der Riera de Llémena, die ihr Gebiet durchquert. Ein großer Teil der Berglandschaft der Gemeinde ist von Steineichen- und Kastanienwäldern bedeckt. Gleichzeitig geben die Felsklippen von Coves i cingles de Sant Martí dem Ort einen ungewöhnlichen Rahmen: Sie umgeben Sant Martí beinahe und bewahren Höhlenlebensräume aus dem Neolithikum, dem Chalkolithikum und der Bronzezeit von 3500 v. Chr. bis 700 v. Landschaft und frühe Menschheitsgeschichte liegen hier damit eng beieinander.
Auch die vulkanische Geschichte prägt die Umgebung. Die Banya de Boc ist ein alter Vulkan, dessen Lavaströme bis in das Tal der Llémena hinabfließen. In der Cova de Boratuna wurde neolithische Keramik gefunden. Wer den geologischen Charakter der Gegend über eine aktive Unternehmung erschließen möchte, findet in den Wander- und Radtouren zur Banya del Boc einen Weg zu einem der besten Beispiele des quartären Vulkanismus in Katalonien. Das Gebiet weist dabei eine große geologische Besonderheit auf. So verbindet sich die Betrachtung von Fels, Höhlen und vulkanischen Formen mit einer historischen Spur, die bis in die Jungsteinzeit zurückreicht.
Romanische Kirchen und mittelalterliche Spuren
Die Pfarrkirche Sant Martí ist für die Jahre 1031 und 1065 belegt. Eine besonders anschauliche romanische Form zeigt Sant Pere de Llorà: Die gut erhaltene Kirche besitzt ein Schiff, eine halbkreisförmige Apsis und zwei kleine seitliche Nebenapsiden. Bei jüngsten Restaurierungsarbeiten wurden im unteren Bereich der Apsis und der Nebenapsiden Reste romanischer Wandmalereien freigelegt. Die Esglesiola de Sant Joan del Pla wurde im 11. Jahrhundert erbaut und bewahrt ihr ursprüngliches Erscheinungsbild, da sie keine wesentlichen Umbauten erfahren hat. Zugleich liegt sie direkt an der Straße zwischen Llorà und Sant Martí, wodurch sich ihre Lage klar in den Verlauf zwischen den beiden Orten einordnet.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Llémena von Sant Martí steht die Ermita de Sant Nazari, eine Kapelle aus dem 18. Jahrhundert. Zu ihr gehören ein längliches Schiff, eine rechteckige Tür, zwei seitliche Fenster und ein Glockengiebel mit einer Öffnung. Die Vorhalle wird von zwei glatten Säulen getragen. Einen anderen historischen Akzent setzt das ehemalige Castell de Granollers, das einst das Zentrum der Baronie Granollers war. Peradalta ist eine dreigeschossige Masia südlich der Ebene Pla de Sant Joan nahe der Llémena. Das Gebäude ist älter als die in einigen Türstürzen eingetragenen Jahreszahlen 1600 und 1611, stammt aus dem 15. oder 16. Jahrhundert und war mit einem quadratischen Turm befestigt. Zusammen mit den Kirchen und Kapellen entsteht ein vielschichtiges Bild aus romanischer Baukunst, späteren Sakralbauten und befestigter ländlicher Architektur.
Weitere Reiseziele können Sie über Sant Miquel de Cladells, Sant Miquel De Campmajor, Vilallonga De Ter, Castell-Platja d’Aro, Terrades, Les Preses und Sant Jaume De Llierca aufrufen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Girona.