Villavicencio de los Caballeros: Kirchen, Türme und Tierra de Campos
Villavicencio de los Caballeros ist durch sakrale Kunst, Karwochen-Traditionen und die Landschaft von Tierra de Campos charakterisiert. Die Iglesia de la Asunción de Nuestra Señora, die Iglesia de San Pedro und die Ruinen der Iglesia de San Pelayo setzen unterschiedliche historische Akzente. Penillanuras-Campos Sur ergänzt diesen kulturellen Schwerpunkt um eine geschützte Steppenebene.
Sakrale Kunst und historische Kirchen
Die Iglesia de la Asunción de Nuestra Señora besitzt einen polygonalen Chorbereich im gotischen Stil, der im frühen 16. Jahrhundert errichtet wurde. Ihre drei Schiffe entstanden im 18. Jahrhundert; 1755 waren die Arbeiten abgeschlossen. Der Hauptaltar stammt vom Ende des 16. Jahrhunderts. Die Skulpturen schuf Bautista Vázquez, während Tomás de Prado und Antonio Lozano für die Polychromie stehen. In der Kirche werden drei silberne Prozessionskreuze aus den drei Kirchen Villavicencios aufbewahrt. Das älteste stammt aus dem 15. Jahrhundert und wird mit einem Schüler oder Nachfolger von Enrique de Arfe in Verbindung gebracht.
Die Iglesia de San Pedro stammt aus dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts. Die Arbeiten an den Schiffen und der Sakristei lassen sich auf 1580 zurückverfolgen. Drei Schiffe werden von vier zylindrischen Pfeilern gegliedert; hinzu kommt ein von einer Kuppel auf Pendentifs überdecktes Querhaus. In der Iglesia de San Pedro befindet sich außerdem eine um 1500 gefertigte Skulptur des heiligen Petrus von Alejo de Vahía. Für die Kirche ist eine virtuelle 360-Grad-Tour verfügbar.
Türme, Ruinen und der Blick über Tierra de Campos
Am südlichen Rand von Villavicencio de los Caballeros liegen die Ruinen der Iglesia de San Pelayo unterhalb eines charakteristischen Mudéjar-Turms, der als „Faro de Campos“ bekannt ist. Die oberen Geschosse des Turms von San Pelayo weisen 48 Fenster auf. Der Torre de San Pelayo dient als Aussichtspunkt über Tierra de Campos. El Palacio, das Castillo de Villavicencio beziehungsweise La Mota, ist eine Anlage aus Türmen und einem Einfriedungsbereich aus Lehmstampfmauerwerk.
Auch religiöse und weltliche Vergangenheit zeigt sich in erhaltenen Resten. Die Benediktinermönche von Sahagún gründeten in Villavicencio ein Priorat für Nonnen; dessen Gebäude ist heute eine Ruine. Cayetano Francos y Monroy hinterließ in Villavicencio de los Caballeros einen Palast in Tierra de Campos, der heute vom Verfall bedroht ist.
Karwoche und lokale Festtage
Die Tercera Orden gilt in Villavicencio de los Caballeros als Tradition der Karwoche. Am Gründonnerstag gehört das Beten der franziskanischen Krone zur Darstellung der Passion. Am folgenden Tag, dem Karfreitag, wird das Descendimiento in der Iglesia de Santa María aufgeführt. Das Descendimiento ist mit Mitgliedern der Bruderschaft San Francisco verbunden; auf die Darstellung folgt die Prozession des Entierro. Ein weiterer fester Termin ist der 14. September: Villavicencio de los Caballeros feiert dann das Fest zu Ehren des Santo Cristo de la Gracia.
Steppenlandschaft und Vogelwelt
Penillanuras-Campos Sur liegt zwischen den Flüssen Cea und Valderaduey. Der geschützte Raum ist eine recht einheitliche Steppenebene mit trockenem Getreideanbau und für Steppenvögel von Interesse, vor allem für die Wiesenweihe, den Rötelfalken, die Zwergtrappe und die Großtrappe. Penillanuras-Campos Sur umfasst 316 Hektar der Gemeinde Villavicencio de los Caballeros, entsprechend 9 % ihrer Fläche.
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